6 Gestern kam ein sehr junger Mann mit glattem Ge-» sicht in Begleitung Etzels in den Simplicissimus. Etzel sagte: „Der Herr möchte ein Manuskript tip pen lassen!" Ich kann Schreibmaschine schreiben, denn ich war eine Zeitlang auf dem Büro der Zeitschrift „Lese" (am Rindermarkt) beschäftigt. Ich sagte: „Ich werde es gerne tun." Der junge Mann bestellte ein Glas Bowle für mich. Ich setzte mich neben ihn auf die Bank. Wir sprachen nicht viel. Einmal legte er schüchtern seinen Arm um meine Hüfte. Emmy Hennings sang das Lied von den „Beenekens". Sie kreischte wie eine dänische Möve, die sich von den Wellen des Kattegat! erhebt. „Kommen Sie morgen früh um elf und holen Sie sich das Manuskript", sagte der junge Mann und ging. Er ging mit Schritten wie ein Gymnasiast und mit den Augen eines Seeräubers. Er trug einen segelblonden Anzug. Der roch nach Tang und wehte. T^Ver junge Mann wohnt Kaulbachstraße 56/ parterre. Die Tür stand offen, als ich kam, und er sagte: „Begleiten Sie mich ein Stüde? Hier ist das Ma nuskript!"