Jahresbericht 1917 der Zürcher Kunstgesellschaft u ram Verwaltung. Die Einbeziehung von Sammlungssälen in die grossen Ausstellungen des Sommers, aber auch das Anwachsen der Sammlung selbst, hatte zur Folge, dass durch viele Monate ein grösserer Teil des Sammlungsbesitzes unsichtbar blieb. Die Aenderungen in der Hängeordnung begannen im Januar, als im Treppenhaus für das grosse Hodlersche Gemälde Raum geschaffen werden musste. Damals wurde der «Schwingerumzug>» in die obere Halle verbracht und diese selbst ausschliesslich mit Werken Hodlers von grösserem Umfang ausgestattet. Eine vollständige Räumung aller Sammlungssäle erfolgte im Mai für die Einrichtung der grossen Hodler-Ausstellung. Nach deren Durchführung wurde der ganze Saal N als Hodler-Saal eingerichtet, die vorher dort untergebrachten Bilder kamen zum Teil nach dem kleinen Raum K, der nach dem Rückzug einiger grösserer Werke aus dem Nachlass A. Böcklin wieder frei geworden war. Während der Dauer der Ausstellung deutscher Kunst konnten die Säle des ersten Stockwerks wieder im früheren Zustande hergerichtet und offen gehalten werden, nur die Seitenlichtsäle links von der Halle blieben. weiter für Ausstellungszwecke belegt. Für die Ausstellung französischer Kunst mussten, entgegen der ursprünglichen Vereinbarung, auch die Säle A—F rechts der Treppe zur Aufnahme des „Salon d’automne“ ein zweites- mal geräumt werden. Im November fand sich endlich die Möglichkeit, nach der Neu- einrichtung der Säle VII—IX, in die erst jetzt die neuen Erwerbungen des Jahres ein- gereiht werden konnten, wieder die ganze Sammlung zu zeigen. Mit der Annahme der Leihgaben von Herrn A. Rütschi wurde auch diese Neuordnung wieder unhaltbar, sie bedingte für die allernächste Zukunft nochmalige und erst recht tiefgreifende Aende- rungen. Ihre Durchführung blieb dem neuen Jahr vorbehalten. Die Sicherungsarbeiten an gefährdeten Werken wurden im Verhältnis zu den verfügbaren Mitteln weitergeführt. Die beiden Bildnisse von Rigaud, Kat. Nr. 439 und 440, erhielten neue, starke Keilrahmen und wurden gereinigt. Am «Zinsgroschen» von Samuel Hoffmann, Kat. Nr. 254, wurde ein ungeschickt angebrachter alter Flick entfernt und der schlecht gewordene Firnis ersetzt. An den ins Bezirksgebäude abgegebenen Bildern waren 10 Rahmen auszubessern, die unter der Einwirkung der Zentralheizung gelitten hatten. Gesuche für Ermächtigung zur Herstellung von Reproduktionen wurden von ver- schiedenen Firmen gestellt. Sie betreffen die Werke: Courtens «Herbst im Parks». Hodler, «Engadiner Landschaft»; Koller, «Hochalpen mit Vieh», «Auf dem Felde»; Stäbli, «Herbstlandschaft beim Ammersee»; Joh. Conrad Werdmüller, «Zürcher Ansichten»: Righini, «Im Atelier»; Welti, «Entwurf zum Landsgemeindebild», «Geizhals», «Albertli», «Das Haus der Träume». Für die graphische Sammlung konnten 112 Kupferstiche und 41 Zeichnungen voll- ständig montiert und katalogisiert werden; für die Photographiensammlung wurden 399 Aufnahmen katalogisiert, 64 montiert. Der Malerkatalog wurde um 117, der Bildnis- katalog um 93 neue Zettel gefördert; der Katalog der photographischen Negative bis auf 2004 Nummern ergänzt. Ein auf Antrag der Sammlungskommission bewilligter besonderer Kredit aus dem Ergebnis der Hodler-Ausstellung erlaubte in der Ausstellung eine grössere Zahl von Wandaufnahmen erstellen zu lassen, die zum Teil bereits in verschiedenen Ver- öffentlichungen Verwendung gefunden haben, auch einzeln an Liebhaber verkauft wurden, im übrigen aber Eigentum der Zürcher Kunstgesellschaft bleiben.