Theodore Gericault: Der Hufschmied Als Theodore Gericault 1824 erst 33jährig starb, waren in der Oeffentlichkeit nur drei seiner Bilder bekannt: im Salon von 1812 wurde der «Offizier der Jäger zu Pferd beim Angriff», 1814 der «Verwundete Kürassier» und schließlich 1819 das größte und auch wichtigste Gemälde des Künstlers, «Das Floß der Medusa», ausgestellt. Diese drei Werke befinden sich heute im Louvre, und obwohl im Laufe der Zeit die Gericault- Literatur ein beträchtliches (Euvre zusammenstellen konnte, das sich zur Hauptsache aus einem reichen Studienmaterial zu- sammensetzt, bedeuten auf dem internationalen Kunstmarkt größere Gemälde des Künstlers eine ausgesprochene Selten- heit. Das Bild «Der Hufschmied» galt lange Zeit als verschollen, bis es in einer Pariser Privatsammlung wieder entdeckt, 1948 in der Galerie Charpentier erstmals ausgestellt und seither in der neueren Literatur wiederholt erwähnt wurde.! Der erste und wichtigste Biograph Gericaults, Charles Clement, der sich noch auf die Aussagen der Freunde und Zeitgenossen des Künstlers stützen konnte, nennt in seinem bereits 159 Nummern um- fassenden Katalog der Gemälde zwei «enseignes» eines Huf- schmiedes, mit denen unser Bild identifiziert werden könnte: No 3. Enseigne d’un marechal ferrant. Cet ouvrage, que Gericault peignit a Rouen dans sa premiere jeunesse, pendant ım des s&jours qu’il fit dans sa ville natale, m’est inconnu. Klaus Berger, Gericault und sein Werk, Wien 1952, p. 70 und Taf. 40 (Berger bildet das heute im Kunsthaus aufbewahrte Bild [124,5/102,5 Zentimeter] ab, der dazugehörige Text erwähnt jedoch fälschlicherweise eine wesentlich kleinere Variante [44,5/37 Zentimeter]; Lorenz Eitner, Gericaults «Wounded Cuirassier», in: The Burlington Magazine, London, August 1954, p. 238 und Abb. 11; Lorenz Eitner, An Album of Drawings in The Art Institute of Chicago, Chicago 1960, p. 36 und Abh. n7