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Die weissen Blätter (3(1916),1)

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Bibliografische Daten

fullscreen: Die weissen Blätter (3(1916),1)

Zeitschrift

Titel:
Die weissen Blätter
Untertitel:
soziologische Probleme der Gegenwart
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Signatur:
DADA III:65
Persistenter Identifier:
25801
Erscheinungsort:
Berlin
Bern
Zürich
Leipzig
Verlag:
Cassirer
Sprache:
Deutsch
ISSN:
0932-7169

Zeitschriftenband

Titel:
Die weissen Blätter
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Signatur:
DADA III:65:3:1
Persistenter Identifier:
128277
Bandzählung:
3(1916),1
Erscheinungsort:
Zürich
Verlag:
Verlag der Weißen Blätter
Erscheinungsjahr:
1916
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Kapitel

Titel:
Simultanität
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Kapitel
Autor:
Däubler, Theodor

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Die weissen Blätter
  • Die weissen Blätter (3(1916),1)
  • Titelseite
  • Impressum
  • Über Wedekind, Sternheim u. das Theater
  • Die weissen Blätter
  • Januar - Dezember 1915
  • Firmentafel für den Bezug der Weißen Blätter
  • Hans im Schnakerloch
  • Die Gleichgiltigkeit
  • Augenblick
  • Verinnerlicht
  • Die Götter
  • Spät
  • Simultanität
  • Glossen
  • Carl Sternheim: Busekow-Napoleon-Schuhlin
  • Einband
  • Brief, Herrn Ing. Emil Russ, Purkynuova ut. 28, Pilsen (C.S.R)

Volltext

110 
UBeocfor DäuBfer * Simuftanität 
Häßlichkeit: romanische Erinnerungskirchen, alexandrinishe Parla 
mentsgebäude, Mietkasernen in der Manier von Versailles, Königs* 
Schlösser im Hochstaplergeschmack: wucherten, krampften sich aus dem 
schlichtesten, gottergebensten Boden empor. Ein Jammer ohne Ende, 
ein nie zu tilgendes Verbrechen gegen die erlauchten Vorfahren. Und 
heute? Sind die Gründerjahre, die vorgründerjährige historisierende 
Gerümpelbauerei überstanden? Überwunden bestimmt, aber über* 
standen noch lange nicht! 
Die Wiederbelebungsversuche der Gotik zur Zeit der Romantiker 
waren zuerst recht geschieht angepackt oder ziemlich harmlos,- erst 
die Bewegung für den Aufbau alter Münster, die sie in die Wege 
leiteten, wurde schwer bedenklich. Schließlich setzte man die Voll* 
endung des Kölner Doms durch: welches Verhängnis! So geht es 
aber immer, wenn Dichter sich mit bildender Kunst befassen, sie 
verstehen nichts und verderben, was sie anfassen! 
Es ist hier nicht der Platz, um die tragische Ruine des steinernen 
Hohelieds am Rhein zu klagen. Der Kölner Dom war unvergleich* 
lieh, er ist aber auch heute ein bewunderungswürdiger Bau, Er kann 
nicht immer freigelegt bleiben, die Züge werden vielleiht noch recht* 
zeitig elektrifiziert werden, hoffen wir, daß des Bahnhofs Nahbar* 
schaff ihr Zersetzungswerk niht bis zu Ende führen kann! Traurig 
ist es eigentlich, daß die Durchführung des Dombaues gelungen ist 
und dadurh Veranlassung gegeben wurde zu anderen bösen Turm* 
aufredkungen, zu allerhand Gotisierungen, die durhaus unzeitgemäß 
waren. Für den Dombau zu Köln war ein Stab von Meistern, eine 
Gilde von Handwerkern nötig: die berühmte Shmidtshe Bauhütte 
entstand. Überraschend bleibt, wie liebevoll zu Anfang das Längst* 
verjährte wieder aufgegriffen, behandelt, ja verstanden wurde,- aber, 
wie gesagt, das, was gelang, gereihte schließlich bloß zum Unheil, 
Sowie einmal der Dom fertig werden mußte, konnte es nur unver* 
sorgte Gotiker mit Familie geben: eine ganze Reihe niht heimat* 
berechtigter, zeitlich unmögliher Arhitekten blieb übrig: man denke, 
eine ganze Shule war da. An ein Abstreben der Gotisierer war 
also niht zu denken, überdies gefiel der Dom so gut, daß von nun 
an, nah dem großen Beispiel, überall im Lande gotisch gedaht, in 
Gotik gemäht, gestümpert und gelogen wurde. Immer tiefer sank
	        

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