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Die weissen Blätter (3(1916),1)

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Bibliografische Daten

fullscreen: Die weissen Blätter (3(1916),1)

Zeitschrift

Titel:
Die weissen Blätter
Untertitel:
soziologische Probleme der Gegenwart
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Signatur:
DADA III:65
Persistenter Identifier:
25801
Erscheinungsort:
Berlin
Bern
Zürich
Leipzig
Verlag:
Cassirer
Sprache:
Deutsch
ISSN:
0932-7169

Zeitschriftenband

Titel:
Die weissen Blätter
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Signatur:
DADA III:65:3:1
Persistenter Identifier:
128277
Bandzählung:
3(1916),1
Erscheinungsort:
Zürich
Verlag:
Verlag der Weißen Blätter
Erscheinungsjahr:
1916
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Kapitel

Titel:
Simultanität
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Kapitel
Autor:
Däubler, Theodor

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Die weissen Blätter
  • Die weissen Blätter (3(1916),1)
  • Titelseite
  • Impressum
  • Über Wedekind, Sternheim u. das Theater
  • Die weissen Blätter
  • Januar - Dezember 1915
  • Firmentafel für den Bezug der Weißen Blätter
  • Hans im Schnakerloch
  • Die Gleichgiltigkeit
  • Augenblick
  • Verinnerlicht
  • Die Götter
  • Spät
  • Simultanität
  • Glossen
  • Carl Sternheim: Busekow-Napoleon-Schuhlin
  • Einband
  • Brief, Herrn Ing. Emil Russ, Purkynuova ut. 28, Pilsen (C.S.R)

Volltext

114 
Ttßeocfor Däußfer • Simuftam'tät 
tums; sie stammt vc 
hunderte überdauern 
Winkelmann und Lessing. Sie kann Jahr 
Wir sind unseres Klassizismus in der Baukunst allerdings vorüber* 
gehend beraubt worden,- in der Malerei jedoch nicht; da blieb die 
Kette geschlossen. Schwind, Cornelius, der große Genelli, schließlich 
auch Piloti, vor allen aber Feuerbach und der herrliche Hans von 
Marees verbürgen uns heilvolle Besonnenheit bei der Heimsuchung 
auf Erden, heimatliche Unterkunft über den Sternen und bei den 
Quellen, hellenisches Verantwortlichkeitsgefühl vor der Form. Wie 
durchaus liebesbewußt und streng ausführlich steht ein Bildhauer, 
Schadow, auf marmornem Sockel vor unseren Augen. Heute ist der 
entschiedene Vertreter der Riditung Adolf Hildebrand, Auch August 
Gauls Werk richtet sich vortrefflich im klassizistischen Berlin ein. 
In Frankreich ist die Folge der nach klassischem Beispiel schaffen 
den Künstler noch imposanter: das großartigste Bauwerk nach anti 
kem Vorbild wurde, nach der Madeleine, der große Triumphbogen, 
Aber gerade in Paris mehr römischer Auftakt als Griechentum. Rüde 
zumal ist ein nachgeborner Römer: seine »Marseillaise« ist das be 
wegteste Epos, das sich bildhauerisch überhaupt beherrschen läßt 
Die Trajanssäule trägt im Vergleich eine Rinde von Kleinplastik 
Die Truppen Constantins folgen auf dem römischen Triumphbogen 
einem Schlachtruf, während die »Marseillaise« von Rüde simultan 
Ruhm, Siegesjubel, Schlachtgeschrei, Freiheit, Völkererlösung sympho* 
nisch zusammenrafft und in die Welt, die hören und staunen kann, 
hinausschmettert, vor den Blicken von Mensch und Sternhimmel ver 
kündet. Diese Kunst ist endlich aufbrecherisch, in Pergamon wogte 
erst Aufruhr empor. Auf Rüde folgte das Raubtier durch Barry, die 
barocke Tanzerregbarkeit eines Carpeaux, das Halsbrecherische in den 
speziell genialen Werken Rodins, Aber gerade in ihm, im Meister 
von Meudon, wird eine griechisch verinnerlichte Sehweise immer deut* 
barer; Rodin wirft bald die windbewegten, stürmischen Hüllen seiner 
Problematiker in Stein und Erz ab, und seelenvolles Nacktsein offen* 
hart eine geheimnisreiche Formergriffenheit: sie führt zurück zur 
Schweigsamkeit, die vor Pappeln um Stille zittert oder bei Zypressen 
die Ruhe wirklich gefunden hat, Ingres war immer gefaßt. Welche 
Beruhigung, ihn im Anfang des vorigen Jahrhunderts, im Anschluß
	        

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