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Jahresbericht 1991 (1991)

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Bibliografische Daten

fullscreen: Jahresbericht 1991 (1991)

Zeitschrift

Titel:
Jahresbericht
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Persistenter Identifier:
20416
Erscheinungsort:
Zürich
ISSN:
1013-6916

Zeitschriftenband

Titel:
Jahresbericht 1991
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Signatur:
Per 374 : 1991
Persistenter Identifier:
20416_1991
Bandzählung:
1991
Erscheinungsort:
Zürich
Verlag:
Zürcher Kunstgesellschaft
Erscheinungsjahr:
1992
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Sammlung
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Jahresbericht
  • Jahresbericht 1991 (1991)
  • Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort des Präsidenten
  • Sammlung
  • Ausstellungen
  • Graphische Sammlung
  • Bibliothek
  • Restaurierung
  • Veranstaltungen
  • Veröffentlichungen
  • Kunsthausbesuch
  • Kunstgesellschaft
  • Direktion und Personal
  • Rechnung
  • Abbildungsteil
  • Hinweis auf einige Neuerwerbungen

Volltext

SAMMLUNG 
Zehn Jahre nachdem mit den grossen Werken von Kiefer, 
Penck und Cucchi die neue figürlich expressive Malerei ins 
Kunsthaus Einzug hielt, konnte in einem letzten Effort 
dieser neue Sammlungsschwerpunkt mit einem weiteren 
Hauptwerk von Georg Baselitz ergänzt und so zu einem 
überzeugenden, weit ausstrahlenden Ganzen gerundet 
werden. «Nachtessen in Dresden» ragte in unserer Retro- 
spektive 1990 aus den zahlreich versammelten Meister- 
werken als das vielleicht bedeutendste Gemälde heraus: die 
Monumentalität der Komposition, die leuchtende Kühn- 
heit der Farben und der malerischen Durchführung, der 
Reichtum der inhaltlichen Bezüge vereinigen sich hier in 
anvergleichlicher Dichte. Bereits anlässlich des Ankaufs 
des Diptychons «Das Atelier» (1980) durch die Vereinigung 
Zürcher Kunstfreunde 1989 bemühten wir uns deshalb um 
dieses Gemälde, das damals aber als unverkäuflich ausge- 
geben wurde. Als es nun erhältlich wurde, hiess es nach 
Mitteln und Wegen zu suchen, die Gelegenheit wahrzu- 
nehmen, die bereits vorzügliche Gruppe von Werken des 
Künstlers mit einem solch zentralen Bild zu einzigartigem 
Rang zu steigern. Nach einer hitzigen und gründlichen 
Debatte bewilligte der Kantonsrat schliesslich einen 
entscheidenden Beitrag aus dem von Lotteriegeldern 
gespiesenen Fonds für gemeinnützige Zwecke. Georg Base- 
litz, der nun sein Werk nirgends so gut wie im Kunsthaus 
Zürich vertreten sieht, schenkte aus Freude und Anerken- 
nung ein besonders dichtes Gemälde aus seiner jüngsten 
Serie, «Volkstanz III», und versprach überdies, das 
Ensemble mit seiner nächsten «brauchbaren» Skulptur zu 
ergänzen. 
Im Rahmen des Beschlusses des Kantonsrates trat die 
Kunstgesellschaft das Eigentum an vierzehn antiken Skulp- 
turen an die Archäologische Sammlung der Universität ab, 
wo sie seit deren Neueinrichtung 1984 gezeigt werden und 
die älteren Bestände sinnvoll ergänzen. Die Idee, die 
Sammlung des Kunsthauses in die antike Welt auszu- 
weiten, war von einer in der Nachkriegszeit verbreiteten 
Vorstellung der «Weltkunst» getragen, die mit den Avant- 
garde-Strömungen seit dem Kubismus verbunden war und 
z. B. in der Sammlung von der Heydt im Rietberg-Museum 
und in Wuppertal einen grossartigen Ausdruck fand. Doch 
die Basis des Kunsthauses erwies sich als zu schmal, um 
einen solchen Anspruch angemessen zu verwirklichen. 
Seither rückte diese idealistisch formalistische Betrach- 
tungsweise zugunsten eines kulturanthropologischen 
Verständnisses in den Hintergrund, das die Kunstwerke 
eher aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen zu 
ergründen sucht. 
Nachdem nun der Aufbau des neuen Sammlungs- 
schwerpunktes zu einem vorläufigen Abschluss gekommen 
war, musste ihm der nötige Rahmen geschaffen werden. 
Unsere Bemühungen, den Erweiterungsbau von 1976 
behutsam dem musealen Bedürfnis nach klaren, die Werke 
ohne Ablenkung zur Geltung bringenden Situationen 
anzupassen, setzten wir mit dem Einbau von Wänden 
unter dem Sprung der Deckenkonstruktion vom ersten 
zum zweiten Obergeschoss fort. Dahinter entstand ein 
grosszügiger Raum, in dem sich die Werkgruppen von 
Baselitz, Penck, Kiefer und Merz über Erwarten gut 
einfügten. In einem kleinen Festakt wurde der neue Saal am 
3. Oktober der Öffentlichkeit in Gegenwart des Künstlers 
vorgestellt. 
Die Werke Alberto Giacomettis wurden in das oberste 
Geschoss des Erweiterungsbau übertragen, wo sie sinnvoll 
an die Gemälde Picassos und die klassische Moderne 
anschliessen. Da ein grosser Teil der Bestände der 
Giacometti-Stiftung nach Paris und Tampere ausgeliehen 
sind, kann die definitive Einrichtung erst im nächsten 
Sommer erfolgen. In dem bis dahin nicht benötigten 
Raum installierte Miriam Cahn vom 6. September bis zum 
9. Dezember die umfangreiche Gruppe von Zeichnungen 
«1 weiblicher Monat», die von der Vereinigung Zürcher 
Kunstfreunde zusammen mit einem besonders poetischen 
und evokativen «Bienenwachshaus» von Wolfgang Laib 
erworben wurde. Anschliessend zeigten wir die Photogra- 
phien von Constantin Brancusi, die Frau Clay-Giedion 
und Herr Prof. Dr. Giedion 1986 zur Erinnerung an ihre 
Mutter Frau Carola Giedion-Welcker geschenkt hatten. 
Eine Accrochage von Gemälden Varlins aus der Samm- 
lung, ergänzt durch ein Bildnis von Friedrich Dürrenmatt
	        

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