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Jahresbericht 1994 (1994)

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Bibliografische Daten

fullscreen: Jahresbericht 1994 (1994)

Zeitschrift

Titel:
Jahresbericht
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Persistenter Identifier:
20416
Erscheinungsort:
Zürich
ISSN:
1013-6916

Zeitschriftenband

Titel:
Jahresbericht 1994
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Signatur:
Per 374 : 1994
Persistenter Identifier:
20416_1994
Bandzählung:
1994
Erscheinungsort:
Zürich
Verlag:
Zürcher Kunstgesellschaft
Erscheinungsjahr:
1995
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Restaurierung
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Jahresbericht
  • Jahresbericht 1994 (1994)
  • Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort des Präsidenten
  • Sammlung
  • Ausstellungen
  • Graphische Sammlung
  • Bibliothek
  • Restaurierung
  • Veranstaltungen
  • Veröffentlichungen 1994
  • Kunsthausbesuch
  • Zürcher Kunstgesellschaft
  • Direktion und Personal
  • Leerseite
  • Rechnung
  • Abbildungsteil
  • Hinweise auf einige Neuerwerbungen
  • Graphische Sammlung und Bibliothek, Rückblick auf die letzten 20 Jahre

Volltext

RESTAURIERUNG 
1992 erwarb die Paul Büchi-Stiftung zu sehr günstigen 
Konditionen ein Frühwerk von Max Beckmann, das den 
Tod der Kleopatra darstellt und leider früher schwere Ein- 
griffe von «Restauratoren» erlitten hat. Durch die Wachs- 
doublierung, eine entschieden zu starke Reinigung und 
den dicken, glänzenden synthetischen Firnis wirkte die 
Bildoberfläche buntscheckig, während die sachliche 
Zuordnung dieser Flecken und die räumliche Entwick- 
lung des orientalischen Gemaches oft unklar blieben. 
Unsere Vorstellungen von Beckmanns Werk sind von dem 
um 1918 entwickelten reifen Stil geprägt; doch er galt 
schon vor dem Krieg als einer der wichtigsten jungen 
Künstler, dessen Arbeiten allerdings eine erstaunliche 
Diversität aufweisen: zwischen Jugendstil und Impressio- 
nismus oszillierende Landschaften, dramatische Massen- 
szenen in der Art Corinths, an die Nabis erinnernde 
Interieurs, geladen von der psychisch-expressionistischen 
Auffassung Munchs. In unserem Gemälde macht sich 
überdies die Tradition der französisch romantischen 
Malerei von Delacroix bis Moreau geltend. Angesichts 
dieser experimentellen Vielseitigkeit und dem Fehlen von 
unberührt erhaltenen Vergleichsstücken, wie es sich aus 
unseren Erkundigungen bei deutschen Kollegen ergab, 
musste das Ziel der Restaurierung offenbleiben — trotz- 
dem wagten wir das Abenteuer, das Gemälde wieder sei- 
nem ursprünglichen Aussehen anzunähern. 
Nach dem Abnehmen des Kunstharzfirnis und der 
Doublierung wurde das Wachs in wiederholten Benzin- 
bädern so gut wie möglich aus der Gemäldestruktur aus- 
gewaschen; dadurch konnte eine wesentlich trockenere 
Erscheinung der Malerei zurückgewonnen werden. Bei 
der eingehenden Betrachtung der Oberfläche zeigten sich 
auf den Farbkuppen Abreibungen, durch die tieferliegen- 
de Schichten sichtbar wurden und zur erwähnten Fleckig- 
keit führten. Durch die Retuschierung dieser Durchbre- 
chungen der originalen Farbhaut schlossen sich die For- 
men wieder zusammen, so dass die Komposition wieder 
wesentlich lesbarer erscheint und sich der Innenraum in 
seiner Tiefendimension und Atmosphäre entfaltet. 
Anschliessend haben wir ein grösseres Unterfangen in 
Angriff genommen: die Restaurierung unserer Sammlung 
von Gemälden Johann Heinrich Füsslis. Ihre sehr unter- 
schiedlichen materiellen Erscheinungen haben uns bisher 
davon abgehalten, obwohl der disparate optische Zustand 
schon seit langem nach einer Verbesserung ruft. Nament- 
lich gegenüber dem heute tonig braunen Bild «Theuseus 
empfängt von Ariadne den Faden» wirken die übrigen 
scharf hell-dunkel; insbesondere die Inkarnatpartien 
erscheinen in kalkigem Weiss, was oft als Merkmal von 
Füsslis manieristischer Auffassung betrachtet wird. Die 
Untersuchungen zeigten aber, dass das brauntonige Bild 
das am besten erhaltene ist; es bewahrt unter dem 
ursprünglichen, natürlich vergilbten Firnis die zum Teil 
allerdings gleichfalls verfärbten Lasuren in unberührter 
Vollständigkeit. Nach einer oberflächlichen Reinigung 
und dem Retuschieren geringfügiger Abscheuerung kann 
dieses Gemälde nun als Muster für die Restaurierung 
anderer Werke von Füssli dienen, die oft durch allzu 
scharfe Reinigung ihre Lasuren und damit an räumlicher 
und plastischer Kohärenz verloren haben. 
In dem anmutigen «conversation piece» von Heinrich 
Freudweiler «Der Künstler als Jäger mit Gattin und Schwä 
gerin am Sihlsprung» klaffte seit längerem in der Mitte 
eine offene Brettfuge. Bei einem früheren Eingriff wurden 
die originalen Schwalbenschwänze, die die beiden Teile 
zusammenklammern, zersägt und durch eine Leiste 
ersetzt, die nicht genügend Halt bot. Während des Verlei- 
mens der Tafel haben wir die ursprüngliche Verklamme- 
rungsart wieder erstellt. Auf der Bildseite störte der 
ungleichmässig dicke, gelbtonige Firnis, der zur Errei- 
chung einer geschlossenen Bildwirkung bei dieser dünn 
lasierenden Malerei doch unabdingbar is. So konnten wir 
uns darauf beschränken, die Verdickungen chemisch und 
mechanisch zu reduzieren, um eine einheitliche Firnis- 
fläche und eine Reduktion der alterungsbedingten Verfär- 
bung zu erreichen.
	        

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