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Der Sturm (13 (1922), 4)

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Bibliografische Daten

fullscreen: Der Sturm (13 (1922), 4)

Zeitschrift

Titel:
Der Sturm
Untertitel:
Wochenschrift für Kultur und die Künste
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Signatur:
DADA III:9
Persistenter Identifier:
12597
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Verlag Der Sturm
Sprache:
Deutsch
ISSN:
0000-0000

Zeitschriftenband

Titel:
Der Sturm
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Signatur:
DADA III:9:4
Persistenter Identifier:
24694
Bandzählung:
13 (1922), 4
Erscheinungsort:
Zürich
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Titelseite

Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Titelseite

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Der Sturm
  • Der Sturm (13 (1922), 4)
  • Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Titelseite
  • Shimmy
  • Der Mietvertrag
  • Jetzt kommen sie
  • Gedichte
  • Ornement architectural / Coulisse (1915)
  • Unschlaflied
  • Jeder Tod ist leicht
  • Spanische Tänzerin (1915)
  • Gedichte
  • Dekorationsskizze zu dem Ballett "Le coq d'or" (1913)
  • Dadaïsme
  • Akt
  • Musique (Musik)
  • Kunst in der Presse
  • Inhaltsverzeichnis
  • Spiegel
  • Einband

Volltext

49 
DERSTURM 
MONATSSCHRIFT / HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN 
Shimmy 
Der Komiker singt von der guten alten Zeit. 
Da haben die Frauen noch geflochten und 
gewoben, insbesondere himmlische Rosen 
ins irdische Leben. Und zwar so deutlich, 
dass sie sogar jeder Kunstkritiker erkennen 
konnte. Heute rauchen diese Damen Zi 
garetten, klagt der Komiker. Emanzipation, 
vaschtehste. Die Herren hatten ihren König 
und wussten daher, wie, wo und wem zu 
gehorchen sei. Es war alles bestmöglich 
eingerichtet. Hierzu noch vier Stunden 
Unterricht in den Rundtänzen und man 
beherrschte die Lebensfreude. Es wird 
noch festgestellt, dass es früher billiger ge 
wesen und das Volk nicht begehrlich ge 
wesen sei. Die Herren Götter der ver 
schiedenen Konfessionen hatten das so 
praktisch eingerichtet, und das Volk hatte 
unter allen Umständen wenigstens die Re 
ligion im Leibe. Die bürgerliche Gesell 
schaft liebt es, sich an diese gute alte Zeit 
durch einen Komiker erinnern zu lassen. 
Man findet also die gute alte Zeit oder die 
Gegenwart komisch. Also wird die Gegen 
wart nicht tragisch genommen, wenigstens 
nicht von der bürgerlichen Gesellschaft. 
Allgemeine Lebensfreude. Die Bürger ha 
ben an Selbstbewusstsein gewonnen und 
fühlen sich so frei wie die Leute, die mit 
Oelfarben oder Reimen hantieren und da 
durch dem besseren Volke die Kultur ge 
geben haben. Die Kultur ist eine sehr vor 
nehme Angelegenheit. Und hierzulande, 
wo selbst die Denker dichten, Kaufleute 
und Aerzte nicht verschmähen, sich in Oel 
auszuleben, Frauen sich gehoben fühlen, 
wenn sie Mitgliedern moralischer Anstalten 
zur Verfügung liegen dürfen, hierzulande 
haben wir eine Kultur, die Kultur, in der 
die anderen Länder uns durchaus nicht 
unterlegen sind. Und wenn wir auch den 
Goethe haben, so können die Engländer 
ebenso gut und billig aus Shakespeare 
zitieren. Und wo die Zitate fehlen, stellt 
man sich auf ein Bild von Rembrandt immer 
noch zur rechten Zeit ein. Wir haben 
allerseits so viele Kulturen, dass wir uns 
mit dem bisschen Wurzel kram nicht mehr 
zu befassen brauchen. Die Kulturen 
werden gesammelt, gestapelt, gedruckt, ver- 
fielfältigt, verkauft. In jeder Ausführung. 
Zum Aussuchen. Für das Volk ent 
sprechend wohlfeiler. Ohne Lederrücken 
oder im Rahmen nach Bauerngeschmack. 
Es ist alles in bester Unordnung, was man 
kulturell auch künstlerische Freiheit nennt. 
Die geehrte Künstlerschaft bemüht sich, 
das niedrige Volk unter 50000 Mark Ein 
kommen von seiner Kulturbedeutung zu 
überzeugen, weil die Bürgerschaft ohne Hof 
keine Hofnarren mehr braucht. Ausser 
dem ist die Lösung der sozialen Frage der 
Narren dadurch erschwert worden, dass 
das Totschlägen durch den Fortschritt der 
Humanität gesetzlich geregelt wurde. Die 
Künstlerschaft wendet sich also vertrauens 
voll an das Volk, das es dafür heben will. 
Herr Moissi und Frau Durieux z. B. haben 
ihm bereits persönlich Goethe und Schiller 
vorgelesen, und ein sozialistischer Minister 
wollte sogar seinen Lieblingsdichter 
Flaischlen dem Volke einimpfen. Also es 
steht gut um die Kultur. 
Doch während sich noch alles mit den Ge 
hirnen sträubt, sträubt es sich nicht mehr 
in Händen und Füssen. Bewegung jagt 
durch die Masse und durch die Massen. 
Der Shimmy tanzt über verblühte Kulturen. 
Der Tanz wurde von der hohen Kunst aus 
geschlossen oder höchstens als Einlage 
geduldet. Man bewunderte höchstens neben 
der Handfertigkeit der Jongleure die Fuss- 
fertigkeit der Tänzer. Dafür herrschte der 
Tanz ununterbrochen zu allen Zeiten, bei
	        

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