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Zeit-Echo (3(1917), 1. und 2. Maiheft)

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Bibliografische Daten

fullscreen: Zeit-Echo (3(1917), 1. und 2. Maiheft)

Zeitschrift

Titel:
Zeit-Echo
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Signatur:
DADA III:38
Persistenter Identifier:
25352
Erscheinungsort:
München
Verlag:
Benteli A.-G.
Sprache:
Deutsch
ISSN:
0000-0000

Zeitschriftenband

Titel:
Zeit-Echo
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Signatur:
DADA III:38:3:1
Persistenter Identifier:
25361
Bandzählung:
3(1917), 1. und 2. Maiheft
Erscheinungsort:
Bern-Bümpliz
Zürich
Verlag:
Benteli A.-G.
Erscheinungsjahr:
1917
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Dimensionen (Quelle):
22,9 x 15,7 cm

Kapitel

Titel:
Mitmensch
Sammlung:
Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Zeit-Echo
  • Zeit-Echo (3(1917), 1. und 2. Maiheft)
  • Titelseite
  • Vorderer Buchspiegel
  • Organ
  • Neuer Inhalt
  • Europäische Gesellschaft
  • Mitmensch
  • Die Erde gehört zum Menschen...
  • Menschen, Bücher, Zeitschriften
  • Impressum
  • Spiegel
  • Einband

Volltext

10 
MITMENSCH. 
Und da nun endlich überall in der Welt vom Geist und von den Geistigen 
die Rede ist, so wollen wir uns gewiß nicht bei dem bloßen Worte be 
ruhigen. Es geschieht noch nichts für den Geist, wenn ein Musiker Sinfonien 
vor Musikfreunden klingen läßt, die nach seiner Hoffnung das Fühlen der 
Menschen umheben; wenn ein Maler Bilder vor Eingeweihten ausstellt, 
die nach seiner Überzeugung einen neuen Begriff vom Zusammenhalt der 
Dinge geben; wenn ein Dichter Gesellschaftsromane schreibt, die seiner 
Meinung nach aus demokratischen Ideen kommen; wenn ein Essayist alle 
diese Fragen zur Erörterung stellt. Es geschieht nichts. Es wird nur viel 
schlimmer. Denn eine Schicht von Menschen, deren Tatneigung ohnehin 
nicht groß ist, glaubt, schon aus dem bloßen Mitmachen dieser Werke 
etwas Geistiges getan zu haben. 
Es ist aber heute nicht mehr zweifelhaft, was eine geistige Tat ist. 
Diese Frage kann gar nicht mehr ehrlich gestellt werden. Sie ist uns allein 
durch die Tat eines Volkes in ungeheuerster Weise beantwortet worden. 
Vor unsern Augen. 
Was dort geschah, ist kein „Ereignis“. Nicht ein Vorfall, der durch 
einen neueren Vorfall, durch ein anderes Ereignis verdrängt werden könnte. 
Es ist eine wirkliche Tat. Eine Tat ohne Symbolik, ohne Nebenbedeutung. 
Tat, vorbereitet, gezeugt und geschaffen aus der tiefsten, langschwingendsten, 
intensivsten Erhebung für den Geist. Und darum nicht mehr aus der Welt 
zu räumen. Kein Mißerfolg, kein Verrat, kein Rückschlag mehr, so 
Bitterstes auch noch eintreffen mag, kann die größte Entscheidung, die ein 
Jahrhundert gesehen hat, wieder ungeschehen machen. Die Entscheidung 
gegen die Macht, die Gewalt, die Unterdrückung; zum Geist, zur Freiheit 
und zum Menschenrecht nach dem Plane der Idee. 
Daß dies alles nicht Bluff, nicht Schiebung oder äußerlich auferlegte 
Beeinflussung war, ersieht man aus der unglaublich vielfachen und frucht 
bar um sich wirkenden Lebendigkeit des neuen Organismus: Von dem, 
was im Ostlande geschah, erwartet jeder etwas. Der Politiker erwartet eine 
Beeinflussung der Weltteile, der Marxist erwartet einen Aufschwung des 
Klassenkampfs, der Militär erwartet eine Veränderung der Kriegslage, der 
Pazifist erwartet Frieden, der Agent erwartet neuen Zwischenhandel, der 
Sozialist erwartet neue Gemeinschaft, der Reporter erwartet neue Sensatio 
nen, der Genosse der Finsternis erwartet sehr Böses für sich. 
Jeder, der in den Handlungen der Menschen nicht nur Nützliches,
	        

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