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Südsee-Plastiken

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Bibliografische Daten

fullscreen: Südsee-Plastiken

Monografie

Titel:
Südsee-Plastiken
Untertitel:
Ausstellung: Mai 1926, Galerie Flechtheim, Lützwufer 13, in Berlin, Juni 1926, Zürcher Kunsthaus in Zürich, August 1926, Galerie Flechtheim Koenigsallee 34, in Düsseldorf
Umfang:
54 Seiten
Sammlung:
Kunsthaus Zürich
Dokumenttyp:
Monografie
Signatur:
a3/Z 80:192605
Persistenter Identifier:
47536
Körperschaft:
Galerie Flechtheim
Kunsthaus Zürich
Veranstalter:
Galerie Flechtheim
Kunsthaus Zürich
Erscheinungsort:
Berlin
Zürich
Verlag:
Das Kunstarchiv Verlag G.M.B.H.
Erscheinungsjahr:
1926
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Dimensionen (Quelle):
23 cm
Sprache:
Deutsch
MD_RELATEDSERIES:
Kunstarchiv (Berlin): Veröffentlichungen des Kunstarchivs
Formschlagwort:
Ausstellungskatalog
Bildband
Geographisches Schlagwort:
Papua-Neuguinea
Sachschlagwort:
Plastik

Vorwort

Titel:
Vorwort
Sammlung:
Kunsthaus Zürich
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Vorwort
Verfasser eines Vorworts:
Einstein, Carl

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Südsee-Plastiken
  • Einband
  • Abbildung
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Verzeichnis
  • Abbildungsteil
  • Werbung
  • Ausstellungskalender
  • Werbung
  • Einband

Volltext

3 
VORWORT 
VON CARL EINSTEIN 
D ie Skulpturen der Fleehtheimschen Sammlung entstammen 
den früheren deutschen Kolonien, dem Bismarck-Ar 
chipel — nämlich Deutsch-Neu-Guinea, Neu-Pommern, (Neu- 
Britannien), Neu-Mecklenburg (Neu-Irland) und Neu-Hannover. 
Diese Kunstwerke entstanden inmitten einer Steinkultur. 
Man bedient sich der Steinäxte, der Messer und Dolche aus 
Knochen, Obsidian oder Muscheln. Erklärlich, daß mit dem 
furchtbaren Schock der Kolonisation, der plötzlich eingeführten 
europäischen Kultur und dem völligen Unterwühlen der geistigen 
und religiösen Zustände diese Kunst, die vor allem religiösen 
Zwecken diente, dahinschwand. 
Nichts vermag kräftiger entwicklerischen Aberglauben zu 
widerlegen, als die Tatsache, daß bei zweifellos verbesserten 
Lebensbedingungen und vollkommneren Werkzeugen die Reste 
vorhandener Kultur erschreckend rasch entarteten und weg 
schwanden. 
Die Eingeborenen des Bismarck-Archipels leben umgeben 
von magischen Kräften und Dämonen. Ihre gesellschaftliche 
Form ist das Matriarchat, d. h. die Blutlinie der Mutter gilt» 
Wie anderwärts entspricht auch hier dem Mutterrecht die Exo- 
gamie, d. h. niemand darf sich mit einer Frau von gleichem 
Clan oder Totem verbinden. Der Totem überwiegt die Indi 
vidualbedeutung, und dank jenem und umgebenden Kräften 
etwa ist der Mensch dies zauberausstrahlende Wesen. Vielleicht 
erhofft man durch Verbindung mit dem anderen Totemtier 
(Heirat) Zuwachs an magischen Kräften. Wir glauben weniger 
an trotz allem biologisch moralisierende Inzesttheorien. 
Das Totemzeichen der Mutter geht im allgemeinen auf die 
Kinder über. Wie die Gesellschaft so sind Natur, Ahnengeister 
und dämonische Kräfte totemistisch geteilt, und die dauernde 
Differenzierung und Vermehrung der Dämonen führt zu einem 
religiösen und seelischen Sichzersplittern, dem eine Unfähig 
keit, grössere Stammgemeinschaften zu bilden, meist entspricht.
	        

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