Kaffeehaus=Konzert 
p IN füßes, langgedehntes Geigenfpiel 
■*—' Durchzittert die veroualmten Kaffeedünfte 
Die Gälte reden laut und ziemlich viel; 
Die Stoffe heißen: Börfe, Weiber, Künlte. 
Ein Kaufmann lieft in einem großen Blatt; 
Das Kommt aus London oder gar aus Tegel 
Sein Nachbar hat „die Schlamperei nun fatt“ 
Und tut genau iPie ein geeichter Flegel. 
Ein Herr rnirft einer Dame Blicke zu, 
Die find fchon nicht mehr fchön und unbefchreiblich 
Es läßt ihm aber einfach Keine Ruh; 
Was ift das Weib auch fo verteufelt rveiblich! 
Die Geigen fingen ihren Walzertraum. 
Ein junger Herr ift gottserbärmlich fade. 
Er zuckt nervös an feinem blonden Flaum 
Und fchlürft aus feiner Taffe Schokolade. 
Dann öffnet fleh die Plügeltüre ipeit; 
Han fleht mit rvohlbegründetem Beklemmen, 
Wie laut und rudeliveise „unsre Leit“ 
Die freien Tifche fröhlich überfchivemmen. 
Die Stimmen reiben fleh am Rauche ivund; 
Han fühlt das Knarren bis in die Gedärme 
Die Geigen fingen füß und zitternd, und 
Ihr Sang erläuft erbärmlich in dem Lärme. 
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