Full text: Der Gegner (3(1922),1)

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Junge Garde. 
Wir sind die erste Reihe. 
Wir gehen drauf und dran. 
Wir sind die junge Garde. 
Wir greifen an. 
Im Arbeitsschweiß die Stirne. 
Der Magen hungerleer. 
Die Hand voll Ruß und Schwielen. 
Spannt das Gewehr. 
So steht die junge Garde. 
Zum Klassenkampf bereit. 
Erst wenn die Bürger bluten. 
Sind wir befreit. 
Kein Wort mehr vom Verhandeln. 
Das doch nichts frommen kann. 
Mit Luxemburg und Liebknecht. 
Wir greifen an. 
Es lebe Sowjetrußland. 
Hört, wir marschieren schon. 
Wir stürmen in dem Zeichen: 
Revolution. 
Sprung auf die Barrikaden. 
Heraus zum Bürgerkrieg. 
Pflanzt auf die Sowjetfahnen. 
Zum roten Sieg. 
Oskar Kanehl 
Erwiderung. 
In Heft 8/9 des „Gegner“ erschien ein 
„Offener Brief“ .an die Novembergruppe. Wir 
erhielten darauf von der Novembergruppe eine Zu 
schrift, welche dazu Stellung nahm. Leider ist 
die rechtzeitige Veröffentlichung dieser Erwide 
rung durch ein Versehen unterblieben. Ihr 
Wortlaut ist: 
Wir stellen fest: Es ist der Opposition 
bekannt gewesen, daß die November 
gruppe schon seit langem dank ihrer 
praktischen Tätigkeit zu der Ueberzeu- 
gung gekommen ist, daß die Verfolgung 
radikal politischer Ziele Sache eines jeden 
einzelnen sei, daß die Gruppe als Vereini 
gung lediglich radikal künstlerische Ziele 
zu verfolgen habe. (Beweis sind neben 
verschiedenen Erklärungen im Jahre 1919 
die unzweideutige Stellungnahme der 
Generalversammlung im November 1919 
und die am 23. Juli 1920 errichteten Ver 
einsstatuten, die von Angehörigen der 
Opposition mitunterschrieben wurden). 
Dadurch, daß die Novembergruppe den 
Mitgliedern eine wirksame Stütze bedeu 
tet, gibt sie ihnen die Möglichkeit, sich 
künstlerisch und politisch auszuwirken. 
Wenn diese Aufgaben nicht mehr von 
ihr zu lösen sind, wird ein objektives 
Urteil zu richten haben. 
Novembergruppe
	        

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