Full text: Zweiter Jahrgang (2(1921))

Herbstsalon lächerlich gemacht hat. K r e m 1 i s k a 
ist ein unvergleichlicher Zeichner, dessen Ar 
beiten ich den Bleistiftzeichnungen Ingres gleich* 
achte. 
Italien, dessen Abteilung zur Stunde, wo 
ich dies schreibe, noch nicht vollständig ist, zeigt 
uns sehr gute, volle und belangreiche Stilleben 
von Rene Paresce. Schirico übersetzt seine 
Gefühie und Ideen, die man ebenso gut in So* 
nette bringen könnte, zurückhaltend in Linie und 
Farbe. Modigliani, der vielleicht zu sehr mit 
dem Gehirn sündigt, ist ein viel subtilerer Ko* 
lorist. Ich habe keine Futuristen gesehen und 
tröste mich darüber. In diesem europäischen 
Salon wären sie ebenso lächerlich wie d'Anunzio 
in Fiume. Die Völker haben andere Sorgen.*) 
*> Anm. d. Red. Später kam zu den Italienern nodi 
eine futuristische Gruppe. 
In der holländisch*belgischen Abteilung 
bedauere ich das Fehlen van Houtens, den man 
leicht einladen hätte können, da er in Paris lebt. 
FransMasereel bewahrt auch in der Malerei 
seinen bildreichen Schwung, seine realistische 
Klarheit, die Vorzüge eines behenden Erzählers. 
VonWeyand bemerkt man eine Landschaft, 
die die saftige Üppigkeit der Bauerntöpferei 
seines Landes besitzt. Von vanVermeere, 
ein Blumenstilleben, vibrierend wie Kristall. 
Bolens, gleichfalls sehr musikalisch, ist ein guter 
Landschafter. 
Der Ägypter Sabbagh ist sehr französisch. 
Und Foujita, von dem ich bedauere, keine 
seinerbewundernswertenLandschaften zu sehen. 
Foujita, der Pariser Japaner hat die Gesichtchen 
der Montmartre*Mädchen mit schmeichlerischer 
Liebe wiedergegeben. ~ Bildnisse mit dem sanften
	        

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