Full text: Zweiter Jahrgang (2(1921))

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Mafer übt Kritik an cf er Kritik, der Kritiker kritisiert dann die Kritik des Makers usw. Wefch fustiger 
und produktiver Rattenschwanz l Nicht wahr? 
G. TAPPERT CKRIEDENAW 
Verehrter Herr, wie können Sie nur ausgerechnet so lche Eragen steffen, wefche ich so sehr gern heant= 
Worten möchte - wenn ~ ja wenn der Herausgeber des „Berfiner Börsenhfattes für neue Kunst” nicht 
schon ohnedies eine Wut auf mich hätte und hei jeder Gelegenheit mit E)reck schmeißt! Soff ich diesen 
Großen und Wichtigen noch mehr reizen und mit ihm einige Andere? Dies würde unfehfhar geschehen, 
wenn ich Ihre Eragen beantworten wodte.. ~ 
Seit der Revofution sind die Herren Kunstkritiker organisiert, gar sehne ff könnten sie einen Bann= 
spruch tun oder „mir so wertvode Aufschfüsse über mich sehhst gehen”, daß ich voffends die Bafance 
verfierej ich bitte afso für diesntaf um Entschufdigung, wenn ich Ihre Wißhegierde nicht befriedige. 
ALEXANDER KANOLD E CMÜNCHENJ 
Von einer Beantwortung Ihrer Rundfrage über den Wert der Kritik bitte ich Sie, mich befreien zu 
wollen. Auf Grund meiner adgemeinen Erfahrungen ~ nicht affein der persönfichen - hin ich in diesem 
Punkte sehr pessimistisch und ich fürchte, meine Antwort würde ~ trotz ader Gerechtigkeit, die zu üben 
ich mich für verpflichtet haften würde - doch adzu negativ ausfaden, afs daß sie Ihnen ein erwünschter 
Beitrag sein könnte. 
MAX BECKMANN CERANKEURV 
Ich hafte die Kritik für notwendig. ~ Oh Laien= oder Zünftferkritik ist gfeichgüftig, ihr Einfluß in 
positiver und negativer Beziehung ist eine Eatsacke, die ahzufeugnen fächerfick wäre. ~ Erzieherisch ist 
jede Reihung mit der Außenweft, daher auch die mit der Kritik. 
KARL S CH MIT7=R OEEL UEE 
Ich hin beider ein recht untaugliches Objekt für Ihre Rundfrage, da ich nur ganz seften maf eine Kritik 
über meine Arbeit zu Gesicht bekommen habe und infolgedessen garnichts über diese Branche aus= 
sagen kann. 
GEORG EHRLICH CS7ARNBERGJ 
Dem Starken kann jede Kritik nützen, dem Schwaden schadet übertriebenes Loh ebenso, wie scharfer 
Eadef. 
Die wichtigste Kritik ist die Selbstkritik, wenn genügend Distanz zur Arbeit eingetreten ist. Künstfer= 
kritik ohne persönliche Voreingenommenheit kommt gleich danach. 
Der Laienkritiker vermag weder seine Zustimmung noch seine Ablehnung sack fick zu begründen. 
Sagt er: „Dies gef äfft mir, ” oder „dies gef äfft mir nicht, ” so ist er unantastbar, da er von seiner Suh= 
jektivität gedeckt ist. 
Am schädlichsten wirkt die Eageskritik, weif sie von der Masse gefesen und von Kritikern geschrieben 
wird, die der einzefnen Arbeit zu wenig Zeit widmen. 
Ich habe durch vief Kritik vief Aufschluß über mich erhalten. Meine beste gedruckte Kritik bestätigte 
mir, daß ich noch sehr jung sei, wofür ich meinen Eftern danke und daß meine Begabung nicht übermäßig 
stark sei, was ich sogar mir nicht gfauhen würde.
	        
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