Full text: Zweiter Jahrgang (2(1921))

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müssen. Solche Widerstände gehören zum 
Künstlerschicksal. Aberdaß es in einem Lande, 
wo die Stilüberlieferung und der Ruhm großer 
Vorgänge wie nirgends beispielsüchtig und er 
drückend wirken, die junge Generation ver 
mochte, sich auf eigene Beine zu stellen und sich 
nicht einfach mit der ewigen Aufwärmung des 
Alten und Vergangenen zu begnügen, diese 
Leistung schließt eine aufständische Kraftan- 
Spannung in sich, die rein als solche und ab 
gesehen von der ästhetischen Wertbeurteilung 
Aufmerksamkeit und Würdigung verdient.*) 
Im Haag. F. M. Huebner. 
Künstlerische Theaterzeitsdirift. Das unter Willem 
Royaard Leitung stehende Amsterdamer Stadttheater be 
ginnt soeben für seine Besucher und Freunde eine Monats 
schrift in der Art herauszugeben, wie dies seit längerer 
Zeit auch einige deutsche Bühnen tun. Die Redakteure 
des Unternehmens sind die drei jungen, fortschrittslustigen 
Künstler Louis van Gasteren, Joh. de Meester jr., Louis 
Saalborn. Die Schrift trägt den Titel-; »Bladen von den 
Stadtschoouwburg«. Sitz der Redaktion: Amsterdam, Leid- 
sehe Plein, Stadtschoouwburg. Die erste Nummer erhält 
ausschließlich Beiträge von holländischen Schriftstellern, 
doch läßt auch die Redaktion wissen, daß sie auch der 
jungen deutschen Dramatik ihr Interesse zuwenden wird 
und daß ihr Beiträge seitens unserer heutigen Dramen 
schriftsteller sehr willkommen sind. Dr. H. 
Bücher 
Bibliographische Notizen, die neue Kunst 
literatur des Auslandes betreffend 
Vorbemerkung: Diese Zusammenstellung 
ist eine vorläufige Orientierung, die weder 
kritisch gemeint ist, noch auf Vollständigkeit 
Anspruch erhebt. 
FRANKREICH 
BÜCHER UND BROSCHÜREN: Wäh 
rend des Krieges sind eine Reihe monumen 
taler Monographien über berühmte Künstler des 
19. Jahrhunderts erschienen. An erster Stelle 
muß A. Vollards Cezanne-Werk genannt 
werden, dessen erste Auflage längst vergriffen 
ist. Viel bescheidener ist Gustave Coquiots 
Paul Cezanne-Biographie <Paul Ollendorf, 
Paris 1920). Etienne Moreau-Nelaton hat 
eine Lebensgeschichte D e 1 a c r o i x' unter Heran 
ziehung zahlreicher ungedruckter Briefe und zeit 
genössischer Dokumente geschrieben, und in 
gleicherweise eine Biographie des holländisch 
französischen Pleinairisten J.L. Jongkind. Beide 
Werke — im Verlage H. Laurens, Paris, er 
schienen — sind reich illustriert. Theodor eDu- 
ret, der Freund der Impressionisten, hat ein 
Buch überToulouse-Lautrecvollendet'<Ver- 
lag Bernheim,Paris). Albert Letelliers Werk 
»Des classiques aux impressionistes«, 
®> Dieser Absatz bildet das Schlußwort des Buches 
»Die neue Malerei Hollands«, welches demnächst zugleich 
in Deutschland (Klinkhardt 'cD Biermann) und in Holland 
<van Loghum, Slaterus en Nisser), mit zahlreichen Ab 
bildungen versehen, erscheinen wird. 
»Apercu des controverses sur la dessin, la cou- 
leur et les valeurs« <Manzi, Joyant et Cie., Edi- 
teurs) beginnt mit der antiken Malerei und endigt 
mit dem Impressionismus. Die Ausführungen 
sind kunstsoziologisch fundiert. Pierre Saba 
tierhatsich eingehend mit der Ästhetik der Gon 
courts auseinandergesetzt <»L'E s t h e t i q u e d e s 
Goncourts, Hachette, Paris) und damit einen 
wichtigen Beitrag zur Geschichte der französischen 
Ästhetik im 19. Jahrhundert geliefert. 
Fast ebenso zahlreich wie bei uns sind die Pu 
blikationen über »Neue Kunst«. Zusammen 
fassende Darstellung versucht Andre Salmon 
in seinen beiden Schriften »La jeune pein- 
ture frangaise« und »La jeune sculpture 
frangaise.« <ScJciete des trente, Albert Mes 
sern, Paris), Andre Salmons zuletzt erschiene 
nes Buch »L'art vivant« Editions E. Cres ist 
eine Sammlung von in verschiedenen Revuen 
zerstreuten Aufsätzen. Die Monographienserie 
»Les peintres francais nouveaux« ent 
spricht in Anlage und Absicht ungefähr der 
deutschen Folge »Die junge Kunst«. <linter der 
Leitung von Roger Allard, der sich die Mit 
arbeit namhafter Kunstschriftsteller gesichert hat, 
herausgegeben von den »Editions de la nou- 
velle revue francaise«.) Eine umfangreichere 
Studie hatMauriceRaynald dem kubistischen 
Bildhauer Jacques Lipschitz gewidmet. Im 
gleichen Verlage erschien eine Matisse-Mo 
nographie von Georges Duthuit. Am
	        
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