Full text: Zweiter Jahrgang (2(1921))

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Architektur mit umfassender Denkmälerkenntnis die erste heute noch unentbehrliche Gesamt 
darstellung des Gegenstands gegeben. Der andere <1814—1893), hat nach seinem Ausscheiden 
aus dem indischen Heer, in dem er als Ingenieuroffizier, zuletzt als Generalmajor, Dienst getan 
hatte, die archaeologischeLandesaufnahme des indischen Reichs 1861 als »Archaeological Surveyor« 
begründet und dann als Direktor des Archaeological Survey of India von 1870—1885 mit einem 
kleinen Stab von Mitarbeitern durchgeführt. Die 23 Bände, die seine Lebensarbeit enthalten, 
sind mit ihrem trefflichen Register noch heute ebenso unentbehrlich wie Fergussons Geschichte. 
In stattlicherer Form und in immer verbesserter technischer Wiedergabe hat denn die »New 
Imperial Series« des Archaeological Survey Cunninghams Lebensarbeit fortgeführt. Unter dem 
gegenwärtigen Direktor, Sir John Marshall, sorgen neben diesen beschreibenden Bänden 
prachtvoll ausgestattete Jahresberichte für rasche Bekanntmachung neuer Ausgrabungen und Ent 
deckungen, und handliche Führer geben eingehende Beschreibungen wichtiger Kunststätten <Sanchi, 
Taxila, Sarnath) und Museen (Peshawar, Lahore). Neben dieser Forschungsarbeit geht, nicht 
minder verdienstvoll, die Denkmalpflege her, tatkräftig gefördert insbesondere unter dem Vize 
königtum von Lord, jetzt Earl Curzon, dem das Land auch das im Jahre 1904 erlassene Denk 
malschutzgesetz verdankt. In den letzten Jahren vor dem Krieg haben auch einige deutsche Archi 
tekten erfolgreich auf eigene Faust an der Denkmäleraufnahme mitgearbeitet. 
Was so in Indien selbst gefunden und veröffentlicht wurde, hat dann seit etwa 20 Jahren in 
steigendem Maße durch europäische Gelehrte seine wissenschaftliche Verarbeitung gefunden. 
Grünwedel und Foucher haben die Grundlagen der Erforschung der griechisch beeinflußten 
buddhistischen Kunst des indischen Nordwesten, des alten Gandharalandes, gelegt. Jouveau- 
Dubreuil hat die Geschichte und Symbolik der südindischen Tempelkunst in tiefschürfenden 
Arbeiten erschlossen. Ha veil hat in einer Reihe glänzend und leidenschaftlich geschriebener 
Bücher in den letzten Jahren sich immer wieder für den Eigenwert der bodenständigen indischen 
Kunst eingesetzt und nachgewiesen, wie tief selbst die eingedrungene islamische Architektur von 
den indischen Meistern und Werkleuten beeinflußt wurde. 
Zusammenfassende Darstellungen der indischen Kunst haben dann in England der jüngst ver* 
storbene Vincent A. Smith, in Deutschland Woermann in der zweiten Auflage seiner Kunst 
geschichte gegeben. Die letzten Jahre haben eine Anzahl popularisierender und nicht immer sehr 
verlässiger Werke hervorgebracht. 
Das folgende Verzeichnis gibt die Titel der wichtigsten Werke. Veraltetes, Unbedeutendes, 
Zeitschriftenaufsätze sind weggelassen. Auch von den aufgeführten Büchern sind viele nicht mehr 
im Buchhandel erhältlich. Doch findet sich keines darunter, das nicht in einer der großen deutschen 
Bibliotheken vorhanden wäre. Besonders reich an einschlägiger Literatur sind die beiden Staats 
bibliotheken in München und Berlin sowie die Bibliothek des Berliner Kunstgewerbemuseums. 
Ein ausführliches Literaturverzeichnis habe ich als Einleitung zu E. La Roches Indischer Baukunst 
(München 1921, F. Bruckmann) gegeben. 
I. AMTLICHE DENKMÄLERAUFNAHMEN 
Cunningham, A. Archaeological Survey of India. Annual Report of the Archaeological Survey of 
23 Bde. und 1 Indexbd. London 1871 — 1887. India. 4°. Calcutta 1902—1903 ff., darin jeweils als pt.l: 
Archaeological Survey of India. Newlmperial Annual Report of the Director-General of Ar» 
Series. 4°. Madras, Allahabad u. a. Druckorte. Bis chaeology. 4°. Calcutta 1914ff. Ferner die Annual 
1920 waren 40 Bde. erschienen. Reports der einzelnen Circles. 
II. ZEITSCHRIFTEN 
Indian Antiquary. Bombay 1872 ff. Zeitschrift, Ostasiatische. Bisher 8 Bde. Berlin 
The Journal of Indian Art. London. 1912ff. 
Rupam. 2°. Bombay 1920ff.
	        
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