Full text: Ausstellung Robert Schürch

Schattenseite des Lebens entnommen ist, scheint kaum dazu an 
getan, den Zugang zu diesen Blättern zu erleichtern. Man wittert 
unwillkürlich Tendenz. Tendenz ist in künstlerischen Dingen 
immer verwerflich, wenn sie zweckhaft, als primärer Anstoss zur 
tigt. Bei Schürch ist aber der Ursprung des Schöpfungstriebes 
an diesen bestimmten Stoffkreis gebunden, aus dem die Gesichte 
in überwältigender Fülle auf ihn eindringen und ihn zwingen, 
sich durch die künstlerische Gestaltung von ihnen zu befreien. 
Es gehört nun zweifellos zu der Berufung von künstlerischen 
Naturen dieser Art, dass sie durch ihre Werke irgendwie ten 
denziös wirken, und wenn Schürch gelegentlich den Ausdruck 
braucht von der »ungeheuren Vergesslichkeit der Menschen«, 
kann man fühlen, was gemeint ist. 
Wenn eine grössere Reihe von Zeichnungen dieses Künstlers zum 
ersten Male in der Öffentlichkeit gezeigt werden, so kann die 
Berechtigung dazu nur darin liegen, dass hinter dieser äusseren 
Form in den Arbeiten von Robert Schürch etwas von jenem 
Unaussprechlichen auf leuchtet, durch das die W ahrheit der künst 
lerischen Gestaltung auch das Tragische zu verklären vermag.
	        
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