Full text: Die weissen Blätter (3(1916),1)

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Rene Scfticßefe • Hans im Scßnanenfocß 
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Schmitt: Was soll ich deiner Mutter sagen? 
Hans: Ihr? Die Wahrheit, Aber sie soll sie für sich behalten . . 
Hier hast du Geld für eine Kerze am Muttergottesaltar, Wenn sie 
herabgebrannt ist, kannst du eine Seelenmesse für midi lesen. Länger 
wird es wohl nicht dauern. (Unterdessen ist Klär eingetreten.) 
ZWANZIGSTER AUFTRITT 
Hans. Abbe Schmitt. Klär, 
H 
Mir 
als hätte ich 
das vor langer Zeit 
der Abbe dasteht und du so langsam hereinkommst 
lie Schultern und tritt mit ihr ans Fenster.) So weit du siehst 
Sieg, Unser letzter Besuch dürfte nicht weit gekommen sein. Ein 
Dorf nach dem andern flammt auf. Bis an die Berge, So weisen die 
Geschütze der Infanterie den Weg, Sog 
der schönen Terrasse, voi 
Schwarzwald hinunterstieg 
(Schmitt ab.) 
der wir zuschauten 
Hotel brennt 
üe die Nacht 
(Zu Schmitt:) Ja, Herr Abbe 
ja 
EINUNDZWANZIGSTER AUFTRITT 
Hans. Klär, 
Hans: Wie sangst du manchmal: »Dies ist die Stunde, die wir 
lieben«? — Die Nacht am Schwarzwald hinuntersteigt, . . Jetzt sieht 
das rehäugige Mädchen in langen, braunen Haaren aus wie ein 
schwangeres Weib. Aber wir hier an der Grenze wissen Bescheid, 
Die Madam ist nur so dick von allerhand Zeug, das sie schmuggelt. 
Wenigstens eine halbe Million Bajonette. Unter dem Saum ihres 
Kleides springen die Kanonen wie Mäuse, die den Speck riechen. 
(Summt) »Dies ist die Stunde, die wir lieben.« (Klär hat sich von ihm 
losgelöst.) Ah, jetzt weiß ich, was da vorhin so jämmerlich schrie. Der 
Korporal in der Scheune! Der Teufel ist fortgegangen und hat ihn 
vergessen 
Was ist denn. Klär? 
Klär: So hole ihn doch heraus, 
Hans: Wozu? Er schreit nicht mehr. 
Klär: Ich denke, du fährst gleich fort — Essen holen, 
Hans: Woher weißt du das? 
Klär: Nicht von dir. 
Hans: Ich wollte es dir gerade sagen. 
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