Full text: Die weissen Blätter (3(1916),1)

Rene Schi die Ce • Hans im Schnaken hoch 
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ERSTER AUFZUG 
Die gute Stube im Scbnakenlocb. Alte Möbel mit neuen Bildern. Aber auch ein 
neuer Schreibtisch und ein Klavier. Vor dem breiten Sofa ein großer Eichentisch 
ohne Decke. »Großvaterstuhl.« Frühlingsabend. Die Fenster stehen auf. In der Ferne 
der blaue Höhenzug der Vogesen, 
ERSTER AUFTRITT 
Hans auf dem Sofa, eine Decke über den Füßen, Balthasar und Klär auf der 
Bank vor dem offenen Klavier, Rücken gegen das Instrument, Mutter Boulanger 
strickt auf einem erhöhten Tritt am Fenster, Hopla und Hopsa. Der Teufel, 
Hopsa; Ich kann nur immer wieder sagen: ich weiß nichts von 
der ganzen Geschichte, 
Hopla; Du hast dem Herrn Hans das Genick brechen wollen, 
du Kanaill, 
Der Teufel: Kanaille ist verboten. Das ist eine Beleidigung, 
Hopla: Ich möchte wissen, was hierzulande nicht verboten ist. Zu 
meiner Zeit hieß man einen Melkeimer einen Melkeimer und eine 
Kanaill eine Kanaill, 
Der Teufel; Möglich, daß Kanaille französisch keine Beleidigung 
ist. Im Deutschen ist es eine, und danach haben Sie sich zu richten. 
Verstanden? 
Hopla: Ich bin nicht taub. Aber schreien können wir gerade so 
gut wie Ihr, 
Mutter: Genier' dich nicht, Hopla, Schrei noch ein bißchen lauter. 
Hopla: Bitt' um Verzeihung, Madam Boulanger, Die Pkkelhaube 
macht mich zipfelsinnig. Sie hat keinen Verstand vorn und keinen 
Verstand hinten. 
Der Teufel: »Pickelhaube« und »kein Verstand vorn und kein 
Verstand hinten« sind verboten, 
Hopla: Seht Ihr, Madam Boulanger, man kann mit dem Mann 
nicht reden. Wo man hintritt, ist es verboten. 
Mutter: Gib dem Herrn Gensdarm Antwort auf das, was er 
dich fragt, und behalt das übrige für dich. Der Herr Gensdarm steht 
nicht da, um den Narren mit dir zu machen. 
Der Teufel: Danke schön, Madam Boulanger. Dreißig Jahre bin 
ich im Dorf, und die ganzen dreißig Jahre hat der Hopla jeden Tag
	        
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