Full text: Die weissen Blätter (3(1916),1)

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Rene ScBicftefe • Hans im ScßnakenCocß 
die Ehre, Sie im Namen der Straßburger Feuerwehr zu begrüßen. 
Wie er das sagte! Sie können sidi keinen Begriff madien, wie er 
das sagte, 
Louise: Doch, doch! 
General: Als ob er mir, dem Vertreter Frankreichs, das Elsaß 
zurückgäbe, 
Louise: Genau so. 
General: Durdh meine Tränen hindurch sah ich, wie den tapfern 
Leuten die Augen naß wurden, Idi mußte schnell Kehrt machen, 
um die Fassung nicht zu verlieren, 
Louise: Wenn die Leute Sie aber erst in Ihrer Uniform ge 
sehen hätten! 
General: Es ist nicht abzusehn, was da geschehn wäre, 
Louise: Freuen Sie sich, daß Sie die Leute nicht ins Unglüdc 
gestürzt haben. Sie wissen, die Deutschen verstehn darin keinen Spaß, 
General: Um so mehr, als wir eine deutsche Dame unter uns 
haben, 
Louise: Ich bitte Sie, das ist die Frau meines Freundes Bou*= 
langer, 
General: Und einen preußischen Leutnant, 
Louise: Ich bitte Sie, das ist der Freund meines Freundes Bou* 
langer. 
General: In preußischer Uniform, 
Louise: Die Uniform ist sein Gesellschaftskleid, 
General: Mit einem preußischen Orden! 
Louise: Schrecklich. Hier mitten in Frankreich, 
General: Nun, wenn die da gleich vorbeimarschieren, werden 
Sie glauben, die alte Garde sei auferstanden, 
Louise: Und ginge einen Kaminbrand löschen, 
General: Zum Glück weiß ich, daß ich mit einer Pariserin spreche, 
die den Ernst immer von der heiteren Seite nimmt, 
Louise: Sagen Sie, General, die Leute werden doch nicht die 
Marseillaise spielen? 
General: Um Gottes willen! Die Marseillaise spielen, das kommt 
hier gleich nach dem Totschlag, Sie spielen die Sambre=et=Meuse, 
die heimliche Marseillaise der Elsässer. Übrigens ist dieser Revo-
	        
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