Full text: Die weissen Blätter (3(1916),1)

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Rene Scüicfiefe • Hans im Sdonafienfoch 
ZEHNTER AUFTRITT 
Starkfuß, Dimpfel. Hans, 
Hans (hinzutretend): Was madit ihr denn da? 
Dimpfel: Wir trotzen, 
Hans: Mit wem trotzt ihr? 
Dimpfel: Mit den Welschen dahinten, 
Hans: Haben sie euch was getan? 
Dimpfel: Sie schwätzen, daß einem vom Zuhören die Zunge 
aus dem Hals hängt, 
Starkfuß: Lauter Gespenster, Komiker mit alten Blutflecken, 
Hans: Vorhin hat mir jemand ungefähr dasselbe gesagt. Eine 
Französin, 
Starkfuß: Es muß auch gesunde Leute unter ihnen geben, 
Hans: Sie sind erhaben und dumm wie die gestirnte Nacht, Aber 
die Feuerwerke, die sie abbrennen, finde ich entzückend. Und die 
Frauen darin 
Stark fuß; Also, was die Frauen anlangt, so kam die Madame 
Müller auf mich losgewatschelt, befühlte mit einem ehrfürchtigen 
Schauder meine Uniform, und als das Ergebnis der Untersuchung 
sie befriedigt zu haben schien, fragte sie, ob sie mir nicht nützen 
könnte, <Dimpfel kräht sein Lachen.) Die Gesellschaft ist wahnsinnig, 
Hans: Sie halten dicht für einen Elsässer,,. Da, der General ist 
bereits bis zu seiner Ansprache vorgedrungen. Damit geht das Fest 
zu Ende, 
Dimpfel: Was kollert er denn, der alte Hahn? 
Hans: Ich weiß es auswendig, »Soldaten des Elsaß! Französische 
Gäste der großmütigen Gräfin und heldenhaften Elsässerin haben die 
Ehre gehabt. Euch wackere Söhne des heiligen Landes ,..« Nämlich, 
die Mutter der Gräfin war eine Österreicherin und ihr Vater ein 
Engländer, und die kriegerische Gesinnung der Familie rührt daher, daß 
sie vom Bürgerkönig Louis^Philippe, der bekanntlich statt eines Degens 
einen Regenschirm trug, in den Adelstand erhoben wurde. (Dimpfel kräht, 
Starkfuß hebt langsam die Achseln.) Gelt, nun fühlst du bis ins Knochen^ 
mark die Notwendigkeit, daß diese Lügenbrut ausgerottet werde? 
Starkfuß: Die geht von selbst ein. 
Hans: Ich weiß, du gehörst zu den liberalen Mitgliedern des
	        
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