Full text: Die weissen Blätter (3(1916),1)

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Rene" Scßicücfe • Hans im Scfmaßenfocß 
stens die Franzosen nicht mitmachten; Scheint, sie hätten nicht ge* 
braucht, wenn sie nicht gewollt hätten, 
Hans: »Revandie! Revanche!« Sie kriegen sie ausgeprügelt, daß 
sie weiß Gott wie lange brauchen, um wieder ordentlich gehn zu 
lernen, — Dummheiten, Es gibt keinen Krieg, 
Dimpfel: Bis vor ein paar Jahren hatten sie noch alle Angst vor 
dem Krieg, weil die neuen Mordmaschinen noch nicht recht aus* 
probiert waren. Seitdem die Balkanvölker es ihnen aber so in der 
Nähe vorgemacht haben, können sie sich kaum halten vor Ungeduld 
loszubollern, Wenn es schon einmal kommen muß, dann möglichst 
schnell, damit wir die Sache hinter uns haben. Ich denke, sie ver* 
sohlen einander so, daß sie nachher alle miteinander froh sind, wenn 
sie etwas übrig behalten, um in Frieden darauf zu sitzen. 
Hans: Müßtest du mit? 
Dimpfel: Gott sei Dank, nein. Meine Leber bewahrt mich davor, 
überschnappen zu müssen, um nicht selbst von Übergeschnappten 
umgebracht zu werden. Du? 
Hans: Nein, 
Dimpfel: Was fehlt dir denn? 
Hans: Eigentlich nichts. Bei der Musterung hatte ich ein schwaches 
Herz, 
Dimpfel: Ein Studentenherz, Freu 7 dich, 
Hans: Ich würde mich gar nicht freuen, 
Dimpfel: Daß du ein Raufbold bist, weiß ich. Aber — überleg 7 
es dir einmal, 
Hans: Wenn die Franzosen wirklich Krieg machen, so haben sie 
nichts anderes verdient, als daß die deutsche Dampfwalze über sie 
geht. Ich würde mir die Liebe zu ihnen aus dem Leibe reißen, und 
wenn ich dabei verbluten sollte. Es müßte ein Ende haben. Diese 
Zebranation, — deren eine Hälfte als gute Weltbürger an der Spitze 
der Menschheit marschieren will, indes die andere noch immer bei 
Napoleon dem Ersten hält, * 
Dimpfel: Pass 7 auf, sie geben eine großartige Abschiedsvorstellung, 
Hans: Wer? 
Dimpfel: Die Welschen — der Welt, Wenn sie friedlich sind, 
schwätzen sie sich jeden Tag ein bißchen höher in den Himmel.
	        
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