Full text: Die weissen Blätter (3(1916),1)

Rene' Scfn'cßefe • Hans im Scfmakenfoch 
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Starkfuß: Nickt nur der Abschied,. , Ihr habt noch keine Zei® 
tung bekommen? 
Hans: Nein. 
Starkfuß: Da steht nämlich drin — in Paris haben sie für und 
gegen den Krieg manifestiert, du weißt ja, wie sie's da machen, mit 
Umzügen in den Straßen, Dabei ist ein Zug, den Cavrel führte, 
Arbeiter, gegen den Krieg, auf einen Haufen Pöbel gestoßen — 
verzeih, so steht in der Zeitung —, sie kamen in eine Schlägerei, 
Cavrel fiel, es wurde auf ihm weiter gerauft, seine Freunde wurden 
geworfen, und als der ganze nachstürmende Haufen endlich über 
Cavrel hinweggerannt war, erkannte man ihn erst nicht, so hatten 
sie ihn zerstampft. Sie schafften ihn nach Hause. Aber er kam tot 
an, Wie bei den Dominosteinen ,., 
NEUNTER AUFTRITT 
Dieselben. Klär, 
Klär; Hans, ich konnte nicht früher kommen. Ich mußte die Mutter 
auf das Schreckliche vorbereiten. Sie ist wie gelähmt, <Da Hans auf 
springt.) Bleib nur, Balthasar und der Abbe sind bei ihr. Du würdest 
sie eher aufregen, 
Hans: Sie muß fort. Sie kann nicht hierbleiben, mitten auf dem 
Schlachtfeld, Du mußt mit ihr und den Kindern in die Schweiz, 
Starkfuß; Wie bei den Dominosteinen, Wenn du den ersten 
umstößt, reißt er alle andern mit. Jetzt gibt es in Frankreich wahr* 
scheinlich keinen Freund des Friedens und keinen Freund Deutsch® 
lands mehr. Sie werden mit dem tiefsten Haß und der letzten Ver® 
zweiflung kämpfen. Sie sind eine tapfere und freie Nation, Ich ginge 
lieber gegen die Russen . . , Aber wir haben nicht die Wahl. Sag' 
bitte — später deiner Mutter, ich hätte sie herzlich grüßen lassen, 
als ich ihr Haus verließ, Leben Sie wohl. Klär, Hüten Sie ihn, 
(Schnell ab.) 
Hans: Starkfuß! 
Starkfuß: Ja? 
Hans: Weiter stand nichts in der Zeitung? 
Starkfuß: Nein. 
Hans: Danke dir. (Starkfuß ab.)
	        
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