Full text: Die Wahrheit über Anna Blume

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Wir kennen den Bau und die Steine. Wir sind auf dem 
letzten Plateau. 
Laßt uns jetzt nidht über Feststehendes reden. Laßt uns 
das Neue betrachten, das aufschnellt. 
Wer es erkennen will, muß schon die ganze Linie emp 
finden können,- die ganze Linie bis August Stramm. 
Im deutschen Blätterwalde ist noch viel krauses Gestrüpp. 
Klarheit, meine Herren! 
Sie tappen noch immer im Finstern. Sie wissen noch 
garnicht, daß Licht wurde,- längst schon. 
Sie haben gar nicht bemerkt, daß über Ihre bürgerlichen 
Bedenken hinweg ein Kunstwerden geschritten ist. 
So können Sie auch nicht ahnen, daß es inzwischen schon 
begann, in die Breite zu gehen. 
Schade, daß Sie von alledem nichts wissen! Sonst würden 
Sie mit uns begreifen, daß wir noch eine zeitlang uns strecken 
müssen, bevor wir uns dehnen. 
Die junge Kunst hat längst ihre zweiten Zähne. 
Ihre ältesten Diener bekamen die dritten und kauen schon 
retrospektiv. 
Einige wurden schon Klassiker. 
Aus Organisierung der Freiheit entwickeln sich neue 
akademische Zwangsvorstellungen. 
Es ist das Schicksal der Ideen, daß sie von wesens 
fremden Mitläufern verwässert werden. 
Die Kathedralenidee ist aus dieser Zeit kosmischen 
Fühlens organisch wiedererstanden. 
Wir wollen eine Generation, die im bildlichen und wört 
lichen Sinne Kathedralen bauen kann. 
Schon kam aus dem Begriff ein Schlagwort.
	        
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