Ballade vom Bürger und Bettelkind 
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Regennacht 
Der Regen fallt dichter und dichter 
und näßt meinen Mantel schwer. 
Ich meide Häuser und Lichter 
und eile ziellos umher. 
Was soll mir denn Grosses gelingen? 
Erwartet mich irgendwo wer, 
gegen Welt und Gesetz mich zu dingen? 
Verkauf ich mich Luzifer? 
Geballt um Gestalt und Schritte 
hegt schwarz und schwärzer die Nacht, 
fernab von Menschen und Sitte: 
was regt sich ängstlich? was wacht? 
Im Regendunst sprossen die Saaten 
des Grauens. Es glotzt und beschleicht 
Laternen, die klappernd beraten, 
was Mördern zum Nutzen gereicht. 
Und — an der zerbröckelnden Mauer — 
von Unrat umstunken, hockt 
im greulichsten Eck auf der Lauer 
ein Bettelhexlein, und lockt —
	        

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