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abgelenkt; sehe mir den großbedruckten Wandkalender 
an und lese die schönen Heiligennamen. 
Die Wirtin und Lina klappern am Sosatisch, halblaut: 
ich solle fünfzig Pfennige bekommen. Prozente für ein 
Stundenzimmer. Die beiden tuscheln miteinander. Ich 
habe ihnen den Rücken zugekehrt. Verhalte mich sehr ru 
hig. Will niemand stören. Auch mich selbst nicht stö 
ren. 
Wie gern lese ich die kostbaren Namen der Heiligen. 
Heut ist ja auch Sonntag. Mamertus .. . Pankratius ... 
Servatius . . . 
Die Sonne füllt hier so friedlich durch die Mullgar 
dinen. Es könnte hier ein stilles Studierftübchen sein. 
Nur Zufall, daß es das Bureau eines Absteigequartiers ist. 
Es könnte ja auch eine Zelle sein. Gut, daß ich weiß, was 
es sein könnte. 
Alle guten Geister, seid gepriesen! Ihr seid die milden 
Einfülle zur rechten Zeit. 
„Ich hab' ja dem Gast das ganze Kleingeld gegeben!" 
„Ja, richtig, der hat ja gewechselt." 
. . . Mariä Empfängnis. Ein Bleistiftkreuzchen dane 
ben. 
. . . Engelweihsest. Daneben: Josesine Weber, Don 
nerstag wiederkommen. 
... Erzengel Michael. Jacob Schmitz mit Braut, Zim 
mer 16, Montag und Samstag belegt. 
. . . Heiliger Antonius — predigt den Fischen. Oh, 
süße Lauterkeit! 
. . . Vierter Oktober: Heiliger Franziskus! — Hallt
	        
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