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Kleinigkeit. Wenn wir es übernehmen, haben wir das 
Nachsehen und können es selbst bezahlen. Und zwar wie?" 
Ich sah das alles wohl ein, aber Henny schien mir doch 
sehr energisch zu sein, und da sie sich aufzuraffen verstand 
und trotz Freund eine Stellung suchte, war ich geneigt, 
allein die Schuld zu übernehmen. Ich wage gar nicht, 'es 
Djemma zu sagen, denn sie hat wohl Prinzipien. 
Ich glaube nicht, daß Henny mich enttäuschen wird. 
Sie weiß ja, was dazu gehört, dreihundert Mark „so" zu 
verdienen, sonst würde sie doch nicht selbst das Verlangen 
nach einer Stellung haben. Die Angelegenheit beschäftigt 
mich sehr, ich würde ihr so gerne helfen. 
Ich habe mich entschlossen, die Sache zu übernehmen, 
und wenigstens in drei Monaten soll die Schuld bezahlt 
sein. Wenn nur Frau Schneider zu niemandem darüber 
spricht. Davor habe ich große Angst, ganz besonders wegen 
Hennys Freund. 
Es heißt, er sei ein so gemeiner Mensch wie sich gar 
nicht beschreiben laßt. Er hat die Henny erst so richtig in 
das Leben hineingebracht, wie sie mir weinend erzählt. 
Sie erlaubte zwar nicht, daß ich über ihn schimpfe, aber 
ich konnte wirklich nicht anders. 
Mir scheint, sie liebt ihn noch immer. Aber die Wirt 
schaft gehe über ihre Kraft, sagt sie, und sie könne es 
für zwei nicht schaffen, weil er so viel braucht. Wie sehr 
begreife ich, daß es ihr zuviel ist. Es ist ja für einen schon 
zu viel.
	        
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