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mein Schicksal? Und wenn jemand es errät, wird er wohl 
denken, daß mir nicht zu helfen ist? 
Es begegnet mir hin und wieder, daß jemand mich an 
sieht, zögernd geht, als wolle er mir etwas sagen. Anstatt 
stille zu halten und meinen Mitmenschen zu bitten: „Sa 
gen Sie mir, was muß ich wohl tun, daß ich wieder ein 
Mensch werde?", gehe ich weiter. Dann geht natürlich 
auch er weiter. 
Wird es wohl mehr Menschen geben, die dasselbe 
suchen wie ich und die auch mich fragen möchten: was 
soll ich tun? Mir ist, als könne ich dann nur mit meiner 
Neigung antworten, die mich zu Menschen zieht, densel 
ben Versuchungen und denselben Sucher-Sehnsüchten un 
terworfen wie ich. Diese Neigung wohnt gar einsam in 
mir, und möchte sich doch so gerne beweisen. Wenn je 
mand nach mir fragen sollte in diesem Sinne, will ich 
gerne meine Adreffe geben, und ich will immer da sein, 
wo man mich sucht. 
Wer aber bin ich? Von welchem Geiste werde ich ge 
trieben? Was leitet mich? Führt Gott mich, wenn ich 
die Hohe Straße auf und ab gehe, solange auf und ab 
gehe, bis ich übermüdet mich auf die Bank beim Farina- 
platz niederlasie? 
Ueber meinem Himmel hängt das Schicksal wie eine 
dunkle Wolke, die aus mich niederregnet. Welch unselige 
Erbschaft habe ich angetreten? Und was hat mein Blut 
so sehr infiziert, daß ich mit so unsagbarer Anstrengung, 
unter den härtesten Kämpfen meine Gesundheit erobern 
muß? Ach, daß mein Wille nie erlahme!
	        
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