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wenn alle dasselbe wünschen, ist es nicht sonderlich son 
dergleichen. 
Wenn ich abends nach der Vorstellung zum Sekt einge 
laden bin, werde ich von den Herren aufgefordert, einen 
„Witz" oder einen „Schwank" aus meinem Leben zu er 
zählen. Das kann ich nicht. Meine Schwankungen kann 
ich nicht preisgeben. Die grotesken Situationen meiner 
Liebesabenteuer sind meine Trübsal, die keine Erwähnung 
duldet. 
Meine Kolleginnen schreiben sich die Witze auf, und 
nachdem sie sie auswendig gelernt haben, geben sie die 
Witze am Abend „zwanglos zum besten". Ich weiß nie, 
warum eine Pointe witzig ist. Weiß nie, warum man über 
ein unerwartetes Ende lacht. 
Das Lachen über eine unvorhergesehene Situation 
schändet mich. Ich will nicht lachen. Man muß behutsam 
sein. Die berühmte Frau Pollack und der ungarische Herr 
Mikosch sind tragische Erscheinungen. 
2n einer Frühlingsnacht die Knospen zerspringen hö 
ren, ist heiter. Das ist das grundlose Lachen über das Da 
sein. Wer doch alles vergessen könnte und grundlos lächeln. 
Nur die kleinen Kinder, die noch nichts wissen, dürfen 
lachen über die Bewegung, die sie nicht verstehen, über 
das wechselnde Licht, das ihnen ein freudiger Scherz ist. 
Meine Wirtin hat ein kleines Kind. Es genießt die 
glücklichste Verzauberung. In der Morgenstunde liegt es 
nach dem Bade unbekleidet auf seinem weißen Bettchen.
	        
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