276
kauft haben, nicht wahr? Nun, das ist meine Absicht. Ich
will mich für wissenschaftliche Zwecke verkaufen. Nichts
anderes meine ich."
„Setzen Sie sich lieber einen Augenblick." Schiebt mir
einen Stuhl hin.
Es wäre viel besser, wenn er sich setzen würde, denn er
scheint mir ganz verwirrt zu sein. Fährt sich mit der Hand
über die Stirn, als wolle er da einen quälenden Gedan
ken wegwischen. Dann lehnt er sich an das kleine Schreib
pult und sagt aufatmend:
„Ich dachte, es sei irgend etwas passiert. Vielleicht mei
ne Frau . . ."
„Oh, nein, nein. Ich komme in eigener Angelegenheit.
Wenn meine Beweggründe Sie interessieren sollten, so
muß ich Ihnen sagen, daß ich persönlich nicht das drin
gende Interesse habe, meinen bescheidenen Leib der Wissen
schaft zur Verfügung zu stellen ... Ist natürlich nicht
der richtige Ausdruck. Ich kann es ja nicht machen . . ."
Ich verheddere mich, aber er kommt mir keineswegs zur
Hilfe. Die dreihundert Mark sind doch nicht so einfach
zu verdienen, scheint mir. Aber jetzt bin ich nun einmal da
bei. Wenn er sich doch nicht so verständnislos benehmen
möchte. Er scheint noch nicht lange im Amt zu sein. Wer
weiß, was in ihm vorgeht. Er sieht aus, als sei er gei
stesgestört. Es tut mir leid, ihm das nachsagen zu müssen,
aber das ist nun mal mein Eindruck.
„Die Hauptsache ist, daß Sie wissen, was ich meine,"
entschließe ich mich zu sagen.