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Das Einfachste ist der Tod. Warum ist er mir so wenig 
geläufig? Ich hätte das Einfachste schon früher wählen 
sollen. Als Kind hätte ich mich vereinfachen sollen. Da 
mals habe ich doch Schmiertran, für die Wasserstiefel 
meines Vaters bestimmt, essen können. Nur um den 
Schlägen des Lehrers zu entgehen. Ich wurde sehr krank, 
aber ich starb nicht. Ich bemerke das erst jetzt, daß ich nicht 
gestorben bin. Also schon damals war ich nicht gründlich. 
Wie mich das Messer schreckt. . . 
„Satan, weiche von mir . . ." sage ich, und da kommt 
der Kellner. 
„Bitte?" 
„Ich habe Sie nicht gemeint. Pardon." 
Dann ist mir wieder ganz anders . . . „Breit' aus die 
Flügel beide . . . Breit' aus die Flügel beide ... O Je 
su 
„Ieh, die Iessy! Ja grüß' dich Gott! Sitzt da in Köln 
und läßt ssch's schmecken. Nein, so was!" 
Da steht mein früherer Kollege vor mir, der Schauspie 
ler Titus Maschke. 
Er legt lässig die „Elegante Welt" auf den Tisch und 
nimmt mir gegenüber Platz. Sein schwarzer steifer Hut 
sitzt leicht im Nacken. Das naturkrause dunkle Haar steht 
starr und billig in die Stirn. 
Ich lasse mir nicht viel Zeit, seine Blüten im Gesicht 
anzusehen. Ueber seine rötlich umrandeten unausgeschla 
fenen Augen denke ich nicht nach. Der blaue Ulster fällt
	        

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