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Der Kavalier, sehr vorsichtig in der Stimme, aber für 
mich brutaler als in der Offenheit: 
„Unter uns, der Kellner hat mir Ihre Neigungen ver 
raten." 
Da starrte ich in sein Gesicht: ^ 
„Wer sieht mir meine Neigungen an? Ich werde das 
bedeuten, was mir die Welt bedeutet hat. Meines inne 
ren Zeichens bin ich Lastenträger. Wer aber hat es ge 
spürt? Wem wurden die Schultern leichter? Oh, daß ich 
glauben dürfte, ich hätte nur eine einzige Last getragen. 
Ich fliege nach allen Seiten, und rufe: -Begleiter sein!" 
Die Erhängten schneide ich vom Galgen, lege sie auf den 
Rasen und weine ihrem Leben nach. Wo mag das schwe 
ben, wo hole ich es zurück? Ich habe mich einem Phantom 
verlobt, das mich nicht losläßt. Befangen und vergeben, 
was habe ich in einem Separe zu tun? Es gibt Menschen, 
die romantische Vergleiche lieben. Wer aber kann sagen, 
was er ist? Ich weiß weder, was ich bin, noch was ich 
werden kann .. ." 
Dann bin ich gegangen, um nicht mehr zurückzukehren. 
Du singst, ißt, lebst, eine Zeitlang, und um dich herum 
geht die Welt weiter, nein, zugrunde. Das bemerkst du 
nicht plötzlich. Nur hat es den Anschein, als geschehe et 
was plötzlich. Einmal ist dann das letzte Mal. 
Du stehst auf irgendeinem Podium und singst ein Lied, 
wie behaglich die Welt doch sei, oder derartiges. Da kommt
	        

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