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mir auf und der Bambusstock mit der Silberkrücke. Das 
sind neue Sachen. 
Während ich wünsche, daß er mich verlassen möge, sage 
ich: 
„Du hast dich fein rausgemacht. Hast du ein Engage 
ment?" 
Er singt, halb in forciert leichtsinnigem Ton: 
„Ich hab' ein Verhältnis." 
„Zu was?" 
„Frage! Man kann doch nur zu einer Frau ein Ver 
hältnis haben. Die Kunst ist doch nebenbei." 
Es kommt mir vor, als wenn er ein Gespräch, das er 
anderswo begonnen, bei mir fortsetzen will. Ob er wohl 
die Lebenskunst meint? 
„Mich interessiert das .^Nebenbei* viel mehr. Was 
meinst du denn für eine Kunst?" 
„Ich meinte eigentlich die Komödie, das Theaterspielen, 
aber du kannst es auch auf alles andere beziehen, wenn 
es dir gefällt. Die Frau engagiert mich mehr, als alles 
andere in der Welt. Aber das kannst du als Frau wohl 
nicht genau verstehen. Bei dir wird es umgekehrt sein. 
Dir wird natürlich der Mann das größte Erlebnis sein." 
„Davon hab' ich bis jetzt nichts bemerkt." 
„Das kommt dir nur so vor, aber wir wollen doch 
nicht gleich das Wichtigste besprechen. Du siehst so schreck 
lich nervös aus." 
„Das ist das Allerunwichtigste." 
„Aber du sprichst so rätselhaft. Wie kommst du über-
	        
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