320 
de Blumensaat sein, aus der ein blaues Veilchenfeld er 
blüht. O Traum im Traume. 
Habe ich je deinen Traum beeinflussen können, Gelieb 
ter? Habe ich mit dir geträumt, in dir geträumt, wenn 
du träumtest? Wann waren wir verbunden? Wenn wir 
glaubten, eines zu sein? Ewiger Schein der Einheit. 
Glaubwürdiger Kontakt der Liebe ist süßer Traum des 
gläubigen Herzens. 
In der Wahrheit stamme ich von dir, Geliebter. Bin 
Zweig von deinem Baume. Ich, Kind, deiner Herzseite ent 
stiegen, dahin es mich zieht. Weil du es selbst bist, behalte 
mich lieb, damit du mich rein empfangen kannst. Weil ich 
von deinem Blute stamme, wirst du mich schützen, als dein 
eigen Blut, dein Eigentum. Ich bin krank vor Liebessehn 
sucht. 
Wie schwach ist die Efeuranke, und doch schmiegt sie 
sich an den hohen Baum. Am Baume wächst sie höher hin 
auf. 
Nie habe ich etwas entdeckt. Mein Herz wird in gött 
lichen Händen liegen. Mehr kann ich nicht erreichen in 
meiner höchsten, einzigen Stunde, als daß ich mein ent 
hülltes Herz, der Liebe zuliebe, opfere. Ich habe nichts an 
deres. Ich kann ja gar nicht sterben. Es stirbt nichts. Al 
les schläft im Grabe der hoffenden Liebe." 
Bis in die tiefe Nacht denke ich, daß ich sterben werde. 
Niemand kann es leugnen. Wer kann denn die Wahrheit
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.