Full text: Flametti oder vom Dandysmus der Armen

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Flamettis einer Frau gewiss zu sein habe, die ge 
fährlich, herzlos, zum Handeln bereit, auch Kanaille 
sein könne, entschlossen, eiskalt und zu jedem Mittel 
bereit, wenn es drauf ankam, sich Achtung und Furcht 
zu verschaffen. 
Zu Mittag kamen auch Herr und Frau Häsli; beide 
ein wenig zerkratzt und zerbeult, aber beide voll Liebe 
und Güte. Und daran war nidit zu denken, dass sie 
das ,SchackerF nicht singen wollten. Im Gegenteil. 
Und die Fuchsweide dämmerte. Bucklig und win 
kelig sank sie mit ihrem Halbhundert Gassen ver 
schmutzt und im Rauch ihrer Herdfeuer grau in den 
Abend. 
Die Giebel zerschnitten sich hoch in der Luft. 
Die Häuser barsten von Feuer und Licht. Die Osra- 
und Tristankerzen, die Gasglühlichter und Bogenlampen 
leuchteten auf. Die Metzgereien und Magazine und 
Handwerksstätten glühten wie Einkaufsbuden des 
Teufels. 
Man legte die Arbeitsschürzen jetzt ab in den Kel 
lern. Im Hinterhaus, in den Stuben und Giebeln fri 
sierte man sich und machte Toilette. 
Los gingen die Grammophone, OrChestrione und das 
Elektroklavier. Auftauchten verwegne Gestalten beider 
lei Geschlechts vor beleuchteten Spiegeln, unter dem 
Haustor und auf der Strasse. 
Auf ging der Mond und in den Konzertlokalen tum 
melten freundliche Sängerinnen und früheste Zauber 
künstler bereits ihre Stimmen. 
Schlächtergesellen führten den Wolfshund spazieren. 
Soldaten riefen sich zu. Ausbündige Eleganz grüsste
	        

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