Full text: Flametti oder vom Dandysmus der Armen

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Vers hatte sich Max eine so prachtvolle Apotheose 
ausgedacht, — er allein stand aufrecht. Die Weiber 
knieten mit gesenkten Köpfen und Lanzen um ihn 
herum. Dann sprangen alle auf, ganz vor an die 
Rampe in eine Reihe, und drohten mit geschwunge 
nem Tomahawk —, dass auch der stumpfeste Batzen 
bengel solcfier Auffassung Unübertrefflichkeit hätte zu 
sprechen müssen. Besonders die Damen hielten sich 
über Erwarten gut. 
Es war ein runder, glatter Erfolg. 
„Flametti! Flametti! Feuerschein!“ schrieen die 
,Roten Brüder*, als der Vorhang fiel und sich noch 
einmal hob. 
Herr Farolyi in vehementem Enthusiasmus, ging 
klatschend bis vor die Rampe. Donna Maria Josefa 
winkte mit Flatterhand. Mutter Dudlinger, die so 
selbstlos den Fünfzigfrankenschein vorgestreckt hatte, 
strahlte ein Strahlen, das über das ganze Lokal hin 
strahlte. Miss Ranovalla de Singapore, speckiges Wun 
der, stand auf und liess ihre beschatteten Augen 
schweifen. Sie empfand die Exotik dieser ,Indianer* 
als eine ihr ganz persönlich gewidmete Ovation. 
Und Flametti verbeugte sich bärig, lächelnd, mit leuch 
tenden Jungensaugen, ob all dem Glück und Erfolg. 
Die Musik intonierte, wie auf Verabredung, den 
Missouristep, von Engel mit selbstgefertigtem Plakat 
zu Bewusstsein gebracht. Bobby zog seinen Sommer 
paletot aus und paradierte in glitzernd zur Schau ge 
stelltem Eidechsenkostüm. 
„Flametti! Flametti! Feuerschein raus!** tobte das 
Publikum immer noch, und Flametti musste allein er 
scheinen. Kühn, leuchtend und gross stand er inmitten 
Flametti. 9
	        

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