Full text: Flametti oder vom Dandysmus der Armen

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Aus der Garderobe kam als der letzte Herr Meyer. 
Er hatte die Noten hinaufgetragen. Unschlüssig blieb 
er Stehen, Jennys gespicktes Portemonnaie in der 
Tasche, das ihm bei jedem Schritt wie ein Klotz an 
den Schenkel schlug. 
„Ach, Herr Meyer,“ sagte Jenny und streckte sich 
über den Stuhl zu ihm hin, „geben Sie her! Es ist 
nicht mehr nötig!“ und liess das Monstrum von Porte 
monnaie, das Meyer ihr gleichgiltig gab, in den Busen 
rutschen. 
Und Herr Meyer trat zu Flametti, sah in das Ge 
wühl und meinte: „Pfui Teufel, ist das eine Hitze!“ 
Und den Walzer tanzte auch Mutter Dudlinger. Sie 
hielt den Herrn Pips fest um die Taille gefasst und 
drehte sich auf den Zugstiefeln. Herr Pips aber drehte 
sich wie ein Trabant um die Sonne. Meistenteils war 
er verfinstert. 
Und Engel machte auch Jennymama seine Aufwar 
tung, animiert wie man’s werden kann, erhielt aber 
glatt einen Korb. „Ach, der Engel!“ lächelte Jenny 
mama. 
Und noch um ein Uhr kam ein Rudel Studenten: 
holländische Forsteleven. Die schoben und pfiffen 
und klatschten dazu. Und hatten eine eigene Laute 
dabei und Stellten das ganze Lokal auf den Kopf. 
Wer dem Indianerfeste nicht bis zum Ende bei 
wohnte, und wer Jenny nicht kannte, erlebte am näch 
sten Tag Ueberraschungen. 
Flamettis Erfolg war unbestritten. Und galt ihm 
allein, nur ihm. Er wurde gefeiert in allen Tönen. 
Aber gerade das vertrug Jenny nicht. Gerade das
	        

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