Full text: Flametti oder vom Dandysmus der Armen

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ging ebenfalls; was Fräulein Rosa sehr komisch fand, 
denn sie bückte sich blitzschnell nach Nettchen, dem 
Dackel, hob ihn hoch und drehte sich tanzend mit 
ihm auf dem Absatz. 
„Wer kommt jetzt?“ fragte Flametti geschäftig, 
aber mit ein wenig verringerter Sicherheit. „Richtig: 
Häsli.“ Und beeilte sich, die Summe aufzuzählen. 
„Siebenundzwanzig Franken fünfzig.“ 
„Waaaas?“ rief Frau Häsli, wie von der Tarantel 
gestochen. Sie beugte den Oberkörper weit in den 
Hüften vor und blieb wie erstarrt so stehen. 
„Siebenundzwanzig Franken fünfzig,“ wiederholte 
Flametti und setzte den Tintenstift überrascht mit dem 
stumpfen Teil auf den Tisch. 
„Siebenundzwanzig Franken fünfzig? Häsli, 
komm!“ Sie packte den Gatten am Aermel. „Häsli, 
komm! Das ist nichts für uns.“ 
Häsli drehte sich auf dem Absatz und machte sich 
los. Er war unangenehm berührt. 
„Marsch, marsch, fort, komm!“ drängte die Jod 
lerin und packte ihn von neuem heftig am Aermel. Sie 
gab keinen Pardon. 
„Na, mal langsam!“ brummte Flametti. Und ihre 
Tochter zog eine missmutige Schnute und stampfte 
hörbar ungehalten „Mutter!“ 
Aber Frau Häsli liess sich nicht beirren. „Nein, 
das ist nichts für uns!“ tobte sie und schüttelte ab 
weisend die erhobene Hand. „Die Häslis sind nicht 
diejenigen, die sich drücken lassen. Ich kenne das 
schon! Ich weiss schon, worauf das hinausläuft. Häsli, 
komm!“ 
„Na was ist denn?“ interessierte sich Jenny, begü-
	        

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