Full text: Flametti oder vom Dandysmus der Armen

„Jawohl, Theres, mach’ die Eisen heiss.“ 
Und Theres erhob sich mühsam und trosste ab, 
um die Eisen heiss zu machen. 
Und Fräulein Rosa legte den Bügelteppich auf den 
Tisch und holte den Wäschekorb aus dem Bretterver 
schlag, um die Wäsche einzuspritzen. 
Flametti aber hatte beim Abschliessen der Schieb 
lade einen Schaden am Schloss gefunden, zückte den 
Hausschlüssel und hämmerte damit am Schlüsselloch. 
Es klopfte.. Die Türe ging auf, und herein trat 
Fräulein Lena, vormals Pianistin bei Flametti. 
„Grüatzi!“ sagte sie und schob sich in drei freund 
lichen Wellen herein. 
„Tag, Lena!“ nickte Jenny, „komm nur herein!“ 
„Wenns erlaubt ist!“ sagte Lena. 
„Tag, Lena!“ bekräftigte Flametti, ohne aufzusehen; 
so versunken war er in seine Reparatur. 
„Bügelt ihr?“ fragte Lena. 
„Ja, wir bügeln,“ wischte Jenny sich die Schweiss- 
hände an den Busen. 
Theres brachte das Bügeleisen, und Lena nahm 
ihren Stuhl. 
„Schöne Sachen hört man!“ rückte sich Lena auf 
ihrem Stuhl zurecht. 
„Um Gotteswillen, Lena, was gibt es denn?“ 
„Ja ja,“ seufzte Lena. 
„Was denn, Lena? Sprich doch!“ 
Und zu Rosa: „Geh mal raus in die Küche! Ich 
ruf dich dann!“ 
Flametti hämmerte angelegentlich und beflissen 
am Schlüsselloch. 
„Also hört zu,“ strich Lena ihren Rock zu den
	        
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