Full text: Flametti oder vom Dandysmus der Armen

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„Was hat’s denn?“ fragte der Wirt neugierig, 
drückte den schwarzen Kneifer fester auf die Nase und 
kam näher. Auch die Gäste am Kartentisch waren auf 
merksam geworden. 
„Na,“ sagte Flametti, „was hafs? Du kennst doch 
das damische Luder!“ , 
Der Wirt schien das ,damische Luder' durchaus 
nicht zu kennen. 
„Ne Halbe?“ rief die Kellnerin. Und Flametti nahm 
Platz. 
„Du musst nämlich wissen,“ vertraute er dem Wirt, 
„ich hab’ doch die Konkubinatsstrafe, weil wir nicht 
verheiratet waren. Nun hab’ ich doch inzwischen gehei 
ratet und prozessiert. Und das haben sie abgelehnt. 
Nun machFs mit den Prozesskosten zusammen seine, 
hundertachtzig Stein. Und die wollen sie haben von 
mir. Und dieser Kerl war doch früher Latrinenbesitzer. 
Dann ist er zur Polizei übergegangen. Das ist dieser 
Kranemann. Und das dumme Luder meint nun, er 
kann mich schikanieren. — Siehst du, er tut mir ja 
leid. Aber es ist doch zu fad: wo man hinspuckt, stol 
pern einem diese traurigen Kreaturen über die Füsse!“ 
„Ah, so so so so!“ verstand jetzt der Wirt, „das 
ist der Kranemann. Ja, so zahl’ doch die paar Stein! 
Dann hast du doch Ruhe! Man immer berappen!“ 
„Siehst du,“ kippte Flametti sein Bier, „jetzt erst 
recht nicht! Jetzt sollen sie sich mal die Beine in den 
Leib laufen!“ i 
„Tja,“ meinte der Wirt bedenklich, „die verstehen 
keinen Spass. Da ist’s schon das Gescheitste, man gibt 
nach.“ Er lächelte schablonig und strich sich die 
Hände.
	        

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