Full text: Flametti oder vom Dandysmus der Armen

74 
gestalten. Beschloss, mehr zu sitzen, zu liegen. We 
niger Aufregung, mehr Schwere und Weihe. 
Seine Leidenschaft für Narkotika und für Alkohol 
solle befestigt werden. Opium: sehr gut. Feuerfressen: 
sehr gut. Das passte. Und er beschloss, die Feuer 
nummer von nun an wieder öfter und mit mehr Finster 
nis in der Geste zum Vortrag zu bringen. 
Nicht soviel Anpassung. Mehr Würde. Magie. Nicht 
soviel Worte. Mehr lautlose Tat. Im ganzen: Verein 
fachung. Wucht. 
Und eines Morgens, als Flametti, in Träume ver 
sunken, vor die Tür seines Wigwams trat, im vollen 
Waffenschmuck, mit vergifteten Pfeilen; den Rauch 
seiner Pfeife blasend nach den vier Windrichtungen: 
erhob sich ein solches Gekreische, Gelächter und Gir 
ren im Lattenverschlag bei den Tauben, dass Flametti 
beschloss, ein Exempel zu statuieren. 
Heraus sprang Feuerschein aus dem Bett, im Hemd, 
mit Bravour, und hinüber zum Lattenverschlag. 
Das Weiberfleisch balgte sich in den Betten. 
Drein fuhr Flametti mit derber Hand und lüpfte 
die Decke. 
Es leuchtet der Mond in der Gondelnacht 
Blank, blänker, am blänksten. 
Und Flametti griff zu und es klatschte. 
Und die Lange flüchtete aus dem Bett. Und die 
Dralle mit dem geschämigen Busen schrie. Und die, 
die es traf, Rosa, die Sklavin, rang die gefalteten Hände, 
und flehte und sträubte sich fruchtlos gegen die seh 
nigen Häuptlingsarme. 
Stolz kehrte Flametti zurück, die Brust geschwellt 
von männlichem Furor, die Augen gerollt vor strahlen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.