Full text: Flametti oder vom Dandysmus der Armen

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Sie zerrten sich hin und her, bis die Hand der kräf 
tigeren Jenny mit der Teekanne hoch in die Luft fuhr, 
dass das Wasser spritzte. 
„Ich will dir Locken geben! Du gehst mir nicht aus 
dem Haus heut, und kommst mir mittags nicht an 
den Tisch.“ 
„Pah!“ rief Traute, „was ich mir draus mache! 
Herr Flametti hat drüber zu bestimmen. Er wird 
mich schon rufen.“ 
„Hier drinnen bleibst du!“ schrie Jenny ausser 
sich, versetzte ihr einen Stoss, schlug die Türe zu und 
schloss ab. „Theres!“ rief sie zum Schalter, „die be 
kommt heute nichts mehr zu essen!“ 
„Und wehe euch!“ rief sie den beiden andern zu, 
„wenn ihr ihr was zusteckt! Ich will euch zeigen, wer 
hier Meister ist!“ 
Vom Verschlag her hörte man Traute trommeln 
und dazu singen: 
,Der tapfre Häuptling Feuerschein 
Mit seinen wilden Mägdelein ‘ in einem 
eigensinnig verliebten Rythmus. 
„Ah, Iso!“ sagte Jenny. „Na, wart’s nur ab!“ 
Güssy hatte mittlerweile das Handtuch aufgehoben, 
mit dem Traute sich die Schuhcreme aus dem Gesicht 
gewischt hatte, und versuchte in einer Anwandlung 
von Solidarität, es verschwinden zu lassen. 
Aber Jenny bemerkte gerade, dass das Handtuch 
hinter die Gardine fiel und rief: 
„Gib nur her, was du dort verschwinden lassen 
willst! Was ist denn das?“ 
Güssy zögerte.
	        

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