Full text: Die Flucht aus der Zeit

* 
2. 
Vira-Ma- 
gadino, 
1. VIII. 
4. VIII. 
Wir landeten hier, von Locarno kommend, wie Robinson an 
seiner Papageien-Insel. Diese ganze unberührte Landschaft — 
quanto e bella! Stahlblaue Berge über Rosengärten. Kleine In 
seln, die im Frühlicht schimmern. Unsere Koffer standen auf 
dem Kies in der Sonne. Allmählich nur fanden sich einige neu 
gierige Kinder und Fischer ein, die uns ins Dorf hinaufführten. 
* 
Tzara hat eine Collection Dada eröffnet mit „La premiere 
aventure celeste de Monsieur Antipyrine“. Das himmlische Aben 
teuer aber ist gegenwärtig für mich die Apathie und jene Sehn 
sucht nach Genesung, die alle Dinge in einem neuen, mild über 
strömenden Lichte erscheinen läßt. Dreimal im Tag neige ich 
die nakten weißen Glieder in das silberblaue Wasser. Die grünen 
Weinhänge, die Glockenspiele, die braunen Augen der Fischer 
wandern durch mein Blut. Ich brauche doch keine Gedichte mehr! 
Alle Hüllen bleiben am Ufer liegen, bewacht von einem Schläng- 
lein mit goldener Krone. 
Sie schreiben mir über die neuen Materialien in der Kunst 
(Papier, Sand, Holz und so). Und ich antworte ihnen, daß ich 
mich in den taubstummen Kuhhirten verliebt habe und deskrip 
tive, zeichnerische Dinge suche, um mir ,reale Garantien' zu 
schaffen für meine Gegenwart.
	        
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