Full text: Die Flucht aus der Zeit

Das Wort und das Bild. 
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Frank meint: man muß arbeiten bis zur Gehirnhautentzündung, 18. IX. 
bis man vom Schreibtisch fällt. Bis einen Ekel und Abscheu vor 
der Arbeit erfüllen. Dann ist die Arbeit fertig. Flaubert hat das 
schon gesagt. Es ist der Sprachkünstler als Asket. 
* 
Man will nicht einsehen, daß eine Revolution nicht ,gemacht' 
werden kann, es sei denn durch ein beschleunigtes Umlernen. 
Der Umschwung in Deutschland wird voraussichtlich aus der Zer 
rüttung, aus einem Zermürbtsein kommen. Das kann man nicht 
machen, das macht sich selbst. Man kann sich nur bemühen, 
den Tatsachen und dem eigentlichen Stile der Zeit gerecht zu 
werden. Rumpeln die Dinge dann, mögen sie rumpeln. Es wird 
eine neue Basis dasein. 
* 
Jungfrau von Orleans unsere': das ist ein Kapitel der sanften 
Schwerter und Fahnen; durchdringend mit Worten, im Worte be 
geistert. 
Von der merkwürdigen Macht der Zeit über mich. Ich glaubte, 22. IX. 
nur Schönheit und Armut besäßen wirkliche Macht über mich, 
und muß einsehen, daß es ein Trug war. Die Zeit braucht, um 
ihre Gebrechen zu beichten, ein Medium. Zum Trost kann ich mir 
nur das Eine sagen: es kommt vielleicht weniger darauf an, was 
man tut, als wo man dabei seine Ohren hat. 
Als Dadaisten forderten wir, daß man den jungen Menschen 
mit all seinen Vorzügen und Mängeln, mit all seinem Bösen 
und Guten, mit all seinen zynischen und verzückten Aspekten 
suchen und vorkehren müsse, unabhängig von jeder Moral, und 
doch von der einen Moral ausgehend, daß der ganze Mensch zu 
erheben sei (und nicht etwa nur ein Teil des Menschen, der 
der Bildung genehm ist; der die Gesellschaft fördert; oder der in
	        
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