Full text: Die Flucht aus der Zeit

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Die Kulisse. 
• VII. Zwei neue Kapitel vom Roman. Was sage ich: Kapitel! Kleine 
Abschnitte von je vier bis fünf Seiten, in denen ich auf meine 
Weise Sprachzucht treibe und mir zugleich einen Rest von Heiter 
keit zu bewahren suche. Einer der Abschnitte ist „Das Karussel- 
pferd Johann“ überschrieben. Eine imaginäre Figur, die selbst 
wieder ironisiert ist, sagt darin: ,Sehr geehrter Herr Feuerschein! 
Ihr konföderiertes Naturburschentum imponiert uns nicht. Noch 
Ihre entliehene Kinodramatik. Aber ein Wort zur Aufklärung: 
Wir sind Phantasten. Wir glauben nicht mehr an die Intelligenz. 
Wir haben uns aufgemacht, um dies Tier, dem unsere ganze 
Verehrung gilt, vor dem Mob zu retten/ 
* 
VIII. Man hat mir den Stempel der Zeit aufgeprägt. Es geschah 
nicht ohne mein Zutun. Mitunter sehnte ich mich danach. Wie 
heißt es doch in den „Phantasten“? ,Ließen uns da in die Nacht 
hinein und haben vergessen, Oewichtsteine an uns zu hängen. 
Freilich schweben wir nun in der Luft/ 
* 
Mit dem wirtschaftlichen Komplott des Krieges machte mich 
Delaisi („La guerre qui vient“) bekannt. Ich verstehe jetzt, wes 
halb das kleine Land Belgien allen Parteien so wichtig war. Für 
Deutschland bedeutete Antwerpen einen neuen kürzeren Weg 
zum Weltmeer; für England eine unmittelbare Bedrohung seiner 
Küsten. Belgien selbst besitzt eine reiche Kohlen- und Eisen 
industrie, und nach Frankreich marschiert man von Flandern in 
breiter ungehinderter Front, während die Rheinlinie durch Berge 
und Festungen verbaut ist. 
* 
In Genf war ich ärmer als ein Fisch. Ich konnte mich nicht 
mehr bewegen. Ich saß am See bei einem Angler und beneidete 
die Fische um den Köder, den er ihnen zuwarf. Ich hätte den
	        

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