Full text: Die Flucht aus der Zeit

Das Wort und das Bild. 
8! 
Producere heißt herausführen, ins Dasein rufen. Es müssen 
nicht Bücher sein. Man kann auch Künstler produzieren. Erst wo 
die Dinge sich erschöpfen, beginnt die Wirklichkeit. 
* 
In einem Aufsatz „Die Alten und die Jungen“ findet jemand, 2. III. 
daß ich den Geist verhöhne und daß man das nicht ungestraft 
tun darf. Er zitiert dafür folgenden Vers von mir: 
Bambino Jesus klettert auf den Treppen 
und Anarchisten nähen Militärgewand. 
Sie haben Schriften viel und höllische Maschinen. 
Die Füssilade klatscht sie an die Kerkerwand. 
* 
Schickele plant eine Ausstellung (Meidner, Kirchner, Segal) und 
eine internationale Ausstellung wäre schön. Eine spezifisch 
deutsche aber hat Wenig Sinn. Wie die Dinge liegen, würde sie 
der Rubrik Kulturpropaganda verfallen. 
* 
Unser Versuch, das Publikum mit künstlerischen Dingen zu 
unterhalten, drängt uns in ebenso anregender wie instruktiver 
Weise zum ununterbrochen Lebendigen, Neuen, Naiven. Es ist 
mit den Erwartungen des Publikums ein Wettlauf, der alle Kräfte 
der Erfindung und der Debatte in Anspruch nimmt. Man kann 
nicht gerade sagen, daß die Kunst der letzten zwanzig Jahre heiter 
gewesen und daß die modernen Dichter sehr unterhaltsam und 
volkstümlich seien. Nirgends so sehr als beim öffentlichen Vor 
trag ergeben sich die Schwächen einer Dichtung. Das eine ist 
sicher, daß die Kunst nur solange heiter ist, als sie der Fülle 
und der Lebendigkeit nicht entbehrt. Das laute Rezitieren ist 
mir zum Prüfstein der Güte eines Gedichtes geworden, und ich 
habe mich (vom Podium) belehren lassen, in welchem Ausmaße 
Ball, Die Flucht aus der Zeit. 6
	        
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