Full text: Phantastische Gebete

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BAUM 
Langsam öffnete der Häuserklump seines Leibes Mitte dann schrien 
die geschwollenen Hälse der Kirchen nach den Tiefen über ihnen 
hier jagten sich wie Hunde die Farben aller je gesehenen Erden alle 
je gehörten Klänge stürzten rasselnd in den Mittelpunkt 
es zerbrachen die Farben und Klänge wie Glas und Zement und 
weiche dunkle Tropfen schlugen schwer herunter 
im Gleichschritt schnarren die Gestirne nun und recken hoch die Teller 
in ihrer Hand 
O Allah Cadabaudahojoho O hojohojolodomodoho 
O burrubu hihi o burrubu hihi o hojohojolodomodoho 
und weife gestärkte Greise ho 
und aufgeblasene Pudel ho 
und wildgeschwungene Kioske ho 
und jene Stunden die gefüllt sind mit der Bafetrompelen Schein 
Fagotte weit bezecht die auf den Gitterspitzen wandeln und Tonnen 
rot befrackt gequollne Dschunken ho 
Oho oho o mezza notte die den Baum gebar 
die Schaltenpeitschen schlagen nun um deinen Leib 
weife ist das Blut das du über die Horizonte speist 
zwischen den Intervallen deines Atems fahren die bewimpelten Schiffe 
Oho oho über den Spiegel deines Leibes saust der Jahrhunderte 
Geschrei 
in deinen Haaren sitzen die geputzten Gewitter wie Papageien 
Luflschlangen und Flittergold sind in den Runzeln deiner Stirne 
Alle Arten des Verreckens liegen vor dir begraben oho 
sieh Millionen Grabkreuze sind dein Mittagsmahl 
die Kadenz deines Kleides ist wie Ebbe und Flut 
und wenn du singst tanzen die Füfee vor dir 
Oho joho also singst du also geht deine Stimme 
O Alla Caudabaudahojoho O hojohojolodomodoho 
O burrubuh hihi o burrubuh hihi o hojohojolodomodoho 
FLUSSE 
Aus den gefleckten Tuben strömen die Flüsse in die Schatten der 
lebendigen Bäume 
Papageien und Aasgeier fallen von den Zweigen immer auf den Grund
	        
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