Full text: 1914-1916 (1914-1916)

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Vteber Gebreicen von Ackerfeld 
Und Wald Ranonengellen fallt 
Und schreit so laut und immerfort 
Wie nie ein Wetter hier am Ort 
Und rüttelt in den nassen Schollen 
Und Wurzeln feget es zu Häuf, 
Sprengt gar zuletzt mit seinem Rollen 
Die Felsenschale drunter auf. 
Da tauchet aus der Höhlung her 
Ein ungeheures Haupt einpor. 
Iahrmillionenfchlummerfior 
Liegt auf den Augen, groß und schwer. 
Und Stirn mit riesenhaften Falten 
Hebt sich herauf und rückt die alten 
Lider und öffnet weit sie, weit 
Ins Licht, geschaut vor Ewigkeit. 
In diesem Blick liegt Einfachheit, 
Bescheidenheit und grader Trott, 
So blickt ein rechter Bauerngocc, 
Ein Erdgott, gut und hilfsbereit. 
Doch große Worte zu verkünden 
Weiß er nun nicht und schliefe gern, 
Friedlich wie ein verloschner Stern, 
Und murrt nur eines: „Frei von Sünden". 
Und schaut so dumm die Runde hin 
Und zuckt die Wangen, glattrasiert, 
Hager, verrunzelt, schaut und stiert 
Und findet keinen klaren Sinn. — 
Die Rämpfer stehn von allen Seiten. 
Ihr hohes Herz, ihr mutig Streiten 
Ist wie beschämt, — und Liebe blinkt, — 
Bis stumm das Geisterhaupt versinkt. 
Max Brod
	        

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