Full text: 1914-1916 (1914-1916)

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I. 
ingsum gen Himmel wallt die Flammenwand. 
Der Erde uraltewiges Element, 
das Feuer, das Ln ihrem Innern brennt, 
hat feine Hüter stürmend übermannt. 
Nicht eines Einzigen frevlerifche Hand 
hat es entzündet. Denn das Feuer kennt 
Anfang und Ende nicht. Das Leben nennt 
bei Flamen Ihr, sobald Ihr es genannt. 
Ihr mögt es Haß nun heißen oder -Liebe: 
es ist des Daseins nie erkannter Rern, 
glühend im Mittelpunkt der Weltgeschicke, 
die Nabe Ln dem kreisenden Getriebe; 
es leuchtet aus der Mutter Seelenblicke, 
und unter andern Sternen ftehts als Stern. 
II. 
Glicht größer seh ich ihn, wenn seine Hüllen 
der Mensch von dem behaarten Leibe streift, 
zur Fackel und zur Reule grimmig greift, 
um seine Sucht, zu schaden, zu erfüllen. 
Ich heiß es nur Natur, verschmäh die Tüllen, 
die Euch das Drahtgestell der Worte steift, 
und wahrend Ihr verzückt in Traumen schweift, 
hör ich das Tier aus Gottes Rinde brüllen. 
vermeinet aber nicht, daß ich verdamme, 
was ich in Eurer Sprache nicht benenne. 
Bloß werten kann ich nicht die grause Flamme: 
ich schaue sie und staune, hingerissen 
von ihrer wilden Schönheit, und bekenne, 
nichts von der Unbegreiflichen zu wissen. 
Richard Schaukal
	        

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