Full text: 1914-1916 (1914-1916)

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und der Nächste stürzt hin zu seinem Schrei: 
drei 
schnellen am Boden nach einer Stunde, 
und die Zelte entlang, über Wunde, Gesunde, 
wandelt die sichelschwirrende Runde. 
Der träumt vom Berg und der vom Meer, 
der vom Palast, der vom Bauernhaus, 
alle, alle müssen sie Herl 
Über Feinden und Freunden kreuzt der Graus, 
kreuzt über wagen und waffengedrZhn, 
über der wegmüden traurigem Singen: 
„Heimat! — O, Heimat !" Ein giftiger Föhn 
rauscht ihm voran aus gespreiteten Schwingen; 
nicht Jammer, nicht Flüche, nicht Bitten dringen 
durch seiner Sichel Sirregetön. 
Denn wo sein Auge niederschaut, 
ergraut Haar. Waffen entfallen den Händen. 
Helden wenden 
sich heulend zur Flucht. Das Lager staut 
von verwirrten und wimmernden Zügen. 
Über das Blachfeld flirren Lichter 
um Rlumpen, die kein Schwert Versehrte. 
Blaue Finger pflügen 
die schleimige Erde, 
und die Gesichter 
grinsen, 
Feind stumm an Freund. Er war ihr Richter, 
wie Binsen 
hat er beider Heere Herzen geknickt 
und die bellenden Rachen der Rohre erstickt. 
Vögel umjagen nun seine Fährte 
und stoßen frech auf verzuckendes Regen, 
das sich keuchend im eigenen Rote wälzt, 
dem Enden, dem endlosen Enden entgegen! 
Dann geschaufelt wie Rot rollt der leblose Balg 
schnell geflohn, ohne Segen 
hinab, in den Ralk. 
Nur manchesmal stelzt 
aus dem Aas ein Erwachter in winselndem Grimme; 
doch aus keinem der Lager mehr kommt ein Bewegen. 
Frühwinde zerfegen 
die klagende Stimme.... 
Rabenflug folgt Rabenflug. 
Als Riesenbeule eitert an der Rimme 
der Ebene — der Sonne gelber Bug. 
Franz Theodor Lsokor
	        
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